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Die Antworten zu den einzelnen Fragen stehen in fettgedruckten Buchstaben nach jedem einzelnen, der E-Mail entnommenem, Abschnitt. 

Lieber Pater Angelo!

Meine Frage schließt sich vielen ähnlichen, auf Ihrer Website gestellten, Fragen an.

Es handelt sich um die Feiertagspflicht der Heiligen Messe. Wie wir wissen, ist es eine schwere Sünde, an Sonn-und  Feiertagen absichtlich nicht in den Gottesdienst zu gehen. Hinzu kommt, dass das darauffolgende Empfangen der heiligen  Kommunion, ohne vorherige sakramentale Beichte, ein Sakrileg darstellt.

Nun ist es so, dass die überwiegende Mehrheit der praktizierenden Gläubigen die ich kenne, ohne gewichtigen Grund, nicht an der Sonntags- oder Festmesse  teilnehmen, und dann trotzdem die Kommunion empfangen, ohne sich der Schwere ihres Verhaltens, das im Katechismus leicht nachzulesen ist,  bewusst zu werden. 

Wir können hier also von einem kontinuierlichen Massensakrileg sprechen. In der Klasse meiner Tochter (14) geht am Sonntag kein einziger zur Messe, aber die ganze Klasse kommuniziert seelenruhig während der Messe, die ab und zu in der Schule gehalten wird. Ist es eine sakrilegische Klasse?

Aber gewiss, wenn sie nicht zuvor die schwere Sünde bekannt haben, wird der Empfang der Hl. Kommunion zum Sakrileg.

Aber wir können nicht von einer sakrilegischer Klasse sprechen.

Das wäre sie nur, wenn die ganze Klasse als solche und nicht einfach als Summe von Individuen ein Sakrileg beginge.

Als ich dieses Jahr (2017) mit meiner Tochter über die Notwendigkeit sprach, am 24. Dezember an 2 Messen teilzunehmen, da Heiligabend auf einen Sonntag fiel, erinnerte ich sie daran, dass es eine schwere Sünde ist, nicht zur Messe zu gehen, und dass sie infolgedessen nachher nicht zur Kommunion darf, worauf sie antwortete „Ich werde schon beichten, wo liegt das Problem“ . Und die Freunde tun ihr gleich. Es wäre ein Sakrileg nach dem anderen. Zum Glück hat sie es eingesehen und ist zweimal in die Kirche gegangen, aber ich schätze, dass diese Haltung oft auch von Älteren eingenommen wird.

Kann man demzufolge also davon ausgehen, dass grundsätzlich nur wenige Menschen in der Gnade Gottes leben?

Wir wissen es nicht genau, insbesondere in Bezug auf die einzelnen Personen.

Tatsache ist, die Antwort des Herrn auf die Frage, ob sich viele retten, ist beeindruckend.

Im Evangelium lesen wir Folgendes:

“Da fragte ihn einer: «Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?» Er sagte zu ihnen: «Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.  

Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt und ihr draußen steht, an die Tür klopft und ruft: «Herr, mach uns auf!», dann wird er euch antworten: «Ich weiß nicht, woher ihr seid».  

Dann werdet ihr anfangen zu sagen: «Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt». Er aber wird euch erwidern: «Ich weiß nicht, woher ihr seid. 

Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!»” (Lk 13,23-28)”.

Aber ist es tatsächlich eine Sünde, die die Gemeinschaft mit Gott bricht, wie Ehebruch oder Mord?? Dieser Zweifel kam mir aufgrund der Tatsache, dass, wie  ich erfahren habe, die gebotenen Feiertage nicht in allen Ländern gleich sind und sogar die Liste der Pflichtfeiertage im Codex des kanonischen Rechts und im Codex der Kanones der Orientalischen Kirchen nicht übereinstimmt.

Bischofskonferenzen haben das Recht,  gebotenen Feiertage zu streichen oder hinzufügen. In einigen Ländern, wie z.B. bei Muslimen, haben die Bischofskonferenzen aus offensichtlichen Gründen die Liste stark eingeschränkt.

Sicherlich betrifft es nicht Italien, wo uns alle Freiheiten und Möglichkeiten gewährt sind, die Messe zu feiern, aber die Tatsache, dass man sie, den Umständen entsprechend, ändern kann, zeigt, dass es sich nicht um göttliches Recht, sondern um kirchliches Recht handelt.

Die Rede ist nicht von Sonntagen – die möchte ich nicht in Frage stellen. Ich meine damit die gebotenen Feiertage. Insofern es sich um Vorschriften der Kirche handelt, können sie geändert werden, da sich beispielsweise die Haltung der Kirche gegenüber dem Verzicht von Fleisch geändert hat. In manchen Ländern gilt es immer noch als Todsünde, freitags Fleisch zu essen. Bedeutet das, früher wurde das Fleisch am Freitag der Gnade Gottes beraubt und jetzt sollte es es nicht mehr so sein?

Unter den schweren Sünden gibt es einige, die schwerwiegender sind als andere.

Dies will nicht heißen, dass die unmittelbare Wirkung -der Selbstausschluss aus der Gemeinschaft mit Gott-, für alle sofort eintritt.

Was die Auswirkungen betrifft, haben einige schwerwiegendere Auswirkungen als andere.

Wird es mit den gebotenen Feiertagen nicht genauso gehen?

Kirchendisziplin ist veränderbar.

Und kann auch bestimmen, ob die Übertretung eines ihrer Gebote als schwerwiegend anzusehen ist oder nicht.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Christus der Kirche große Macht verliehen hat. Er ermächtigte sie, die Gläubigen zu belehren und zu leiten.

Nicht nur das, er hat auch gesagt, dass er sich im Himmel an das hält, was die Kirche festlegt: ”Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein” (Mt 18,18).

Und er sagte auch: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“ (Lk 10,16).

Könnten Sie erklären, Pater, was passiert, wenn ein Gläubiger an einem gebotenen Feiertag, wie zum Beispiel am 15. August, nicht an der Messe teilnimmt? Es ist ein positives Gebot, das heißt, wir kennen die positiven Auswirkungen der Messe.

Aber ich kann nicht verstehen wie wir, am Sonntag, 14. August z.B. an der Eucharistie teilnehmen, und uns dann aber am nächsten Tag plötzlich der Gnade Gottes berauben können, nur weil wir beschlossen haben, beispielsweise einen Ausflug zu machen, wohl wissend, dass wir die Messe verpassen werden.

Ich frage dich: kann es sein, dass, wenn du am 14. August etwas isst und bei guter Gesundheit bist, man nicht auszuschließen kann, dass du am nächsten Tag, dem 15. August, nicht bei einem Ausrutscher in der Badewanne  verunglückst und ums Leben kommst?

Kann das, was der Körper erlebt, nicht auch mit dem Seelenleben geschehen?

Und gerade am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, beschließen einen Ausflug zu unternehmen, wohlwissend deswegen nicht am Gottesdienst teilnehmen zu können, ist nicht gerade ein Zeichen dafür, dass wir Interesse daran haben, was der Herr uns an dem, für die Muttergottes, feierlichsten Tag mitteilen möchte.

Es scheint, dass es einem nicht so sehr um die empfangene Gnade und Kommunion geht, sondern vielmehr darum, zu sehen, ob man eine Sünde begangen hat oder nicht.

Es stimmt, dass wir uns in diesem Fall der heilbringenden Wirkung der Eucharistie berauben, aber es ist schwer zu verstehen, warum wir uns der Gnade Gottes berauben. Was passiert wirklich in einer Seele, die beschließt, am Montag, den 15. August, nicht zur Messe zu gehen im Vergleich zu einer Seele, die beschließt, am Montag, den 22. August, nicht zur Messe zu gehen?

Nun stellt sich die Frage, ob die Kirche über die notwendige Autorität verfügt, den 15. August als anerkanntes Fest zu dekretieren, zu Ehren der in den Himmel aufgenommenen Muttergottes.

Ganz mit Sicherheit, wie bereits erwähnt, ist dies der Fall.

Es ist wahr, dass das heilige Messopfer Christi dasselbe ist wie das, am daraufkommenden Tag gefeierte, der auch ein Werktag sein könnte.

Aber am 15. August wird eine besondere Gnade gewährt.

Es ist die Gnade der Himmelfahrt, die nicht nur eine große, sondern eine außerordentliche Gnade ist. 

Du kannst dazu auch folgende, seinerzeit veröffentlichte, Antwort lesen:

Wegen der großen Nutzen, die uns zugute kommen, darf das Hochfest Mariä Himmelfahrt auf keinen Fall versäumt werden

Perché a motivo dei grandi benefici che si ricevono in nessun modo si può perdere la festa della Madonna assunta in cielo

In beiden Fällen entscheiden wir uns bewusst, uns der Nutzen der Eucharistie zu entziehen. Am liturgischen Fest Mariä Himmelfahrt scheint dies eine schwerwiegende Entscheidung, während es am Fest Mariä Geburt nicht der Fall ist?

Es gilt die gleiche Antwort, die ich oben geschrieben habe. 

Ich füge hinzu, auch wenn es kein gesetzlicher Feiertag ist, trotzdem die Gnade der Geburt Marias zu leben.

Vielen Dank für Ihre Antwort und die besten Wünsche für die Weihnachtstage! (2017).

Olga

Ich antworte dir zu dieser Zeit, wo wir bald den 15. August haben.

Ich erinnere deiner im Gebet und segne dich.

Pater Angelo