Frage

Ich wollte gern fragen, in welchen Passagen werden im Evangelium…oder besser gesagt, in der Bibel, homosexuelle Beziehungen verboten, wenn man in Betracht zieht, dass die Ehe zwischen diesen Menschen jetzt auch in Italien legalisiert worden ist…

Wie kann man also erklären, dass diese Art von Liebe “falsch sei”?  wenn man dagegen einwendet, dass Gott sie nicht mit diesen Neigungen geschaffen hätte,  wäre es falsch. 

Ich danke Ihnen für die deutlichen Erklärungen, mit denen Sie sicher auch meine Email beantworten werden. 


Antwort des Priesters

Meine Liebe,

1. Für die Antwort auf die erste Frage kannst du auf die Suchmaschine unserer Webseite klicken. 

Sie wurde genau dafür geschaffen, um sofort die Antwort zu finden und so ständiges Wiederholen von immer gleichen Fragen zu vermeiden. 

Es ist wohl so, dass tief im Inneren jeder von uns die Vorstellung hegt, der Erste zu sein, der bestimmte Fragen stellt, während wahrscheinlich vor uns, andere schon die selben Fragen gestellt und darauf Antwort bekommen haben. 

2. Was den Rest deiner Mail betrifft, gibt es weder ein Verbot, noch darf es jemand verbieten, dass sich gleichgeschlechtliche Paare gernhaben.  

Man kann sich nämlich legitim auf verschiedenen Weisen gernhaben. 

Keiner hat das Recht,  zwei homosexuellen Freunden zu sagen, ihre gegenseitige Zuneigung sei falsch.

Ich glaube, damit sind wir alle einverstanden. 

3. Wenn es aber um sexuelle Beziehungen geht, muss man ehrlich sein und zugeben, dass die Geschlechtsorgane nicht zu anderen Zwecken gemacht und strukturiert worden sind, als für die natürliche Beziehung zwischen Mann und Frau.  

Es ist nicht nur eine Behauptung von mir.   Die Wirklichkeit behauptet sich von sich selbst.

4. Der christliche Glaube stellt sich die Frage, ob solche Beziehungen zur Heiligung der Menschen führen kӧnnen. 

Das Thema “richtig-falsch” hat nämlich letztendlich mit der Menschenheiligung zu tun. 

Wenn man das nicht in Betracht zieht, führt man einen Dialog zwischen Tauben und man diskutiert auf verschiedenen Ebenen. 

5. Weil du  das Thema auf die Ebene des Glaubens gebracht hast, musst du diese Vorbemerkung berücksichtigen:  ob homosexuelle Liebe ein Weg ist, den Gott zur Menschenheiligung vorbereitet hat. 

6. Du sagst,  dass die Gesellschaft solche Beziehungen legalisiert hat.

Allerdings muss man berücksichtigen, dass die zivile Gesellschaft Gesetze zugunsten des Gemeinwohls verabschiedet, und bezüglich unseres Themas Gesetze erlässt, die ihr am zweckmäßigsten erscheinen.

Ziel ist aber, ich wiederhole es nochmal,das Gemeinwohl.  

7. Die Kirche hat hingegen den Auftrag, zu sagen, ob diese Art von Verhalten den Menschen heiligt. 

Daraus ist  klar ersichtlich, dass wir uns auf zwei verschiedenen Ebenen befinden.  

Die Tatsache, dass der italienische Staat  gleichgeschlechtliche  Partnerschaften legalisiert gibt uns keinen Aufschluss über das Ziel der Heiligung.  

Er gibt uns keinen Aufschluss darüber, weil es ganz einfach nicht in seiner Verantwortung liegt.  

8.  Was aber die Aufgabe der Kirche angeht, die auf einer anderen Ebene als die der zivilen Gesellschaft steht, muss daran erinnert werden, dass die Kirche nicht Herausgeberin des Moralgesetzes ist, sondern sie es von Gott erhält.  

Und zum Thema Homosexualität findet die Kirche in diesem Gesetz viele bemerkenswerte Aussagen:  

Eine von denen ist die folgende: “Daher gab sie Gott in den Gelüsten ihrer Herzen in Unkeuschheit, so dass sie ihre Leiber untereinander schändeten… 

Deshalb gab sie Gott dahin in schändlichen Leidenschaften; denn die Frauen unter ihnen verwandelten den natürlichen Verkehr in den widernatürlichen.

Gleicherweise verließen auch die Männer den  natürlichen Verkehr mit der Frau und entbrannten gegeneinander in ihrer Begierde, sodass Männer mit Männer Schande trieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen…

Sie, die das Recht Gottes zwar kennen (dass nämlich die, welche solches verüben,des Todes würdig sind), aber nicht nur selbst dies tun, sondern auch ihr Wohlgefallen an denen haben, die es verüben” (Rӧm. 1,24.26-27.32).

Wenn die Kirche den Menschen die Offenbarung Gottes zum Thema Homosexualität beibringen will, darf sie diesen Abschnitt der Heiligen Schrift nicht übersehen. 

9. In der zivilen Gesellschaft wird Keiner gezwungen, Christ zu sein. 

Aber Keiner darf einem Christen verbieten, so wie Gott zu denken. 

Christen zwingen Keinen, so wie sie zu denken.  

Sie haben aber auch das Recht, Jesus Christus zu folgen.  

10. Zum Schluss wird mir in der Mail eine letzte Frage gestellt: warum ist die Liebe zwischen Homosexuellen falsch, obwohl Gott sie so geschaffen hat?

Dabei habe ich Unterscheidungen getroffen und gesagt, dass einander lieb haben nicht falsch ist. Und ich habe gesagt, dass nach der göttlichen Offenbarung etwas Anderes hingegen falsch ist. 

Um aber zu sagen, dass Gott sie so geschaffen hat, bedarf es einiger Beweise.   Unsere Vorfahren, Adam und Eva, schuf Gott als Mann und Frau. 

In der Lebensübertragung sind es die Eltern, die das geben, was man zur Körperbildung braucht.  

Gott greift ein, um die Seele zu schaffen. 

Die sexuelle Neigung kommt nicht aus der Seele, die spirituell ist, sondern aus dem Leib. 

Deshalb ist die Behauptung, dass Gott sie so geschaffen hat, falsch.  

Ich wünsche dir alles Gute,  schließe dich in mein Gebet ein und segne dich. 

Padre Angelo

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