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Guten Tag, ich bin ein glücklich verheirateter, 33-jähriger junger Mann, der eine schӧne kleine Tochter hat.  Der Glaube an Gott ist in mir, nach Jahren der Gleichgültigkeit bzw. Lauheit, allmählich gewachsen.  Ich habe viel über Gott, die Evangelien und Wunder gelesen, von Autoren, wo manche dafür und andere  dagegen sind.  Manchmal geriet ich in Zweifel, schaffte es jedoch Gott sei Dank, mich immer wieder aufzurichten und mein Glaube hat sich dadurch verstärkt.  Bei der Arbeit habe ich protestantische Kollegen und Zeugen Jehovas, und häufig kommt es zu Auseinandersetzungen.  

In letzter Zeit diskutieren wir oft  über die Wunder von Lourdes.  Sie behaupten, dass auch der Teufel Wunder vollbringen kann und dass die Früchte von Lourdes darin bestehen, dass die Leute der Mutter Gottes mehr folgen als Gott.  Persӧnlich glaube ich, dass das häufigste Wunder in Lourdes die Wiederentdeckung des Glaubens vieler Menschen ist und begrüße es, wenn dies durch die Fürsprache der Mutter Gottes passiert.   Mein Eindruck ist also, dass die Früchte  von Lourdes positiv sind.  Bevor ich aber  zu diesem Schluss gekommen bin, muss ich zugeben, selbst  Zweifel über den Ursprung dieser außergewӧhnlichen Dinge gehegt zu haben , weil ich mich bemühen wollte, dem richtigen Weg zu folgen.   

Beim Lesen des Evangeliums habe ich heute Morgen erfahren, dass die Sünde gegen den Heiligen Geist unverzeihlich ist! Das hat mich zutiefst erschüttert, und ich weiß nicht, wie ich mich wieder ermutigen kann!  Habe ich wirklich durch meine Zweifel eine so schlimme Sünde begangen?  Irgendwo habe ich gelesen, dass sich der Widersacher auch in einen Lichtengel verwandeln kann.  

Wenn Sie 5 Minuten Zeit haben, hoffe ich auf eine Antwort von Ihnen. 

Ich danke Ihnen im Voraus. 


Lieber Damiano,

1. Wie du richtig bemerkt hast, ist das, am häufigsten vorkommende Wunder in Lourdes,  der des Glaubens. 

In dieser Hinsicht ist Lourdes ein fortlaufendes Wunder.

In  Lourdes betet jeder, alle laufen mit einem Rosenkranz in der Hand umher, nehmen am heiligen Gottesdienst teil, keiner hat Angst, seinen Glauben zu zeigen. Auch diejenigen, die einen lauen Glauben haben, werden von der Heiligkeit des Ortes und dem Gebet der Brüder  angesteckt. 

In Lourdes nimmt jeder wahr, wie schӧn es ist, gläubig zu sein und den Blick zum Himmel zu wenden.  Jeder in Lourdes spürt, wie trӧstend es ist, Hoffnung in Gott und in Sie zu haben, die uns Christus am Kreuz als Mutter anvertraut hat.   

In  Lourdes ist jeder froh,  die Letzten zu lieben und ihnen zu dienen, insbesondere die Kranken, und man fühlt sich von Gott dafür belohnt. 

Wenn man also nach Lourdes fährt, wird man automatisch auch im Glauben gestärkt.

2. Du schreibst: “das häufigste Wunder in Lourdes ist die Wiederentdeckung des Glaubens vieler Menschen und begrüße es, wenn dies durch die Fürsprache der Mutter Gottes passiert”.

Es klingt fast wie:  auch wenn es von der Mutter Gottes kommt, begrüße ich es trotzdem!

Es ist aber nicht so, lieber Damiano.  Denn gerade Maria, die uns als Mutter gegeben wurde, erweckt in uns den Glauben!

Nehmen wir das Beispiel von Kana: ist es nicht Sie, die in den Hochzeitsdienern den Glauben an Jesus hervorruft? Sie ruft sie zu sich und sagt ihnen: “Was Er euch sagt, das tut!” 

Und die Diener überlegen nicht lange, gehen los, und als Jesus sie bittet, die Krüge mit Wasser zu füllen, füllen sie sie bis zum Rand, weil sie sich an Marias’ Worte erinnern.

Und wie groß war ihre Belohnung!

3. Lieber Damiano, was die Mutter Gottes in Kana begonnen hat, tut sie weiterhin in der ganzen Welt.

Lourdes ist ein Ort, wo dieses Wunder, das durch Maria zum Leben und zur ewigen Rettung führt, fast sichtbar wird. 

4. Du schreibst auch, dass es einen Moment gab, in dem du selbst gezweifelt hast, und jetzt Angst hast, gegen den Heiligen Geist gesündigt zu haben.

Keine Sorge,  es war nicht deine Absicht, die Wahrheit in Frage zu stellen.  Bei dir war es der Zweifel des Menschen, der aus der Ferne kommt und sich fragt:  wird es wohl wahr sein?

Man kӧnnte sagen, es war ein methodischer Zweifel.  

Dann hast du aber die Früchte der Gnade erkannt und hast daraus geschlossen: hier ist der “Finger Gottes” am Werk. 

5. Gegen den Heiligen Geist sündigen eventuell diejenigen, die die Verehrung Mariens hartnäckig verweigern, und es fast bedauern, dass Christus am Kreuz sagte: “Siehe, deine Mutter”, “Frau, siehe, dein Sohn”.

Allerdings hat Jesus am Kreuz Maria nicht tatsächlich Johannes anvertraut, denn unter dem Kreuz stand ja auch die Schwester seiner Mutter. Von daher wäre Maria nicht allein geblieben.

Johannes wird nicht einmal erwähnt, weil er jeden von uns vertritt, als Jünger, den Jesus liebt. 

6. Was mich aber immer mehr fasziniert, ist die Tatsache, dass man im Lukasevangelium folgende Worte lesen kann: “Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!” (Lk. 1,41-2).

Es war daher der Heilige Geist, der Elisabeth dazu bewegte, Maria zu preisen.  

Der gleiche Heilige Geist bringt alle Gläubigen dazu, das Gleiche zu tun und zu Maria unaufhörlich zu sagen “Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?”  

Egal was die Protestanten und Zeugen Jehovas darüber denken, wir sind vom Heiligen Geist belebt und bleiben in der wahrhaftigen Strömung des Evangeliums,  wenn wir Maria preisen. 

Und diejenigen, die krampfhaft daran festhalten, Maria nicht zu preisen, beharren auch  darauf, nicht vom Heiligen Geist bewegt zu werden.  Scheint dir das, wenig zu sein?

Lieber Damiano, lass uns so weitermachen, mit Maria an unserer Seite.  Der Heilige Geist will das, Jesus will das.  

Ich danke dir, dass du mir die Gelegenheit gegeben hast, über Lourdes und Maria zu schreiben. 

Ich verspreche dir, dich in mein Gebet einzuschließen und segne dich.

Padre Angelo