Frage

Lieber P. Angelo,

ich möchte Ihnen über mein persönliches Verhalten in der Kirche ein paar Fragen stellen:

1. Wie soll man sich beim Almosengeben oder der Opfergabe für Arme verhalten?

In der Broschüre mit der Schutzmantel-Andacht zu Ehren des Hl. Josefs, wird empfohlen: 

“Um die Gunst des Hl. Josefs leichter zu erwerben, ist es gut, diese Gebete mit dem Versprechen eines Opfers zu Ehren des Heiligen und für die Werke der Fürsorge und Nächstenliebe zu begleiten, die die Fromme Union im Namen des heiligen Josef unterstützt”.

Ist es, um eine Gnade zu erbitten, generell willkommen, eine Opfergabe zu versprechen, falls sie uns gewährt wird?

Beim Opfergang gebe ich normalerweise, die “größte” Münze, die ich dabei habe (ein oder zwei Euro), aber manchmal möchte ich ein paar Banknoten in den Kollektenkorb geben, aber auf diese Weise fühle ich mich von der Person, die sie einsammelt, beobachtet. Also lege ich manchmal dort nur eine kleine Münze hinein und nach der Messe und Danksagung, ohne gesehen zu werden, eine Banknote in die Spende-Box.

2. Ist es nützlich, Messen für besondere Anliegen lesen zu lassen?

Wird in diesem Fall das Messstipendium mit dem festgelegten Anliegen dem zuständigen Priester überreicht? Oder gibt man nur die Spende ab und behält das Anliegen für sich?

3. Im Allgemeinen kann das Fasten, das als Akt der Nächstenliebe zu verstehen ist, durch den Verzicht auf etwas anderem als Nahrung ersetzt werden: zum Beispiel keine Zeit mit Internet verschwenden, auf einen Abend mit Freunden verzichten oder auf eine bequeme Position, eine Stunde Schlaf, eine Stunde Ruhe, usw …

Wenn das Versprechen einer Mortifikation nicht eingehalten wird, begeht man dann eine Sünde? Und wie beichtet man das?

4. Manchmal kommen mir Inspirationen für kleine Aufopferungen, denen ich aber nicht gleich oder überhaupt  nicht folge … Kann dies als Unterlassungssünde betrachtet werden, die man beichten muss?

5. Ab nächsten Monat möchte ich mit der Andacht der neun ersten Freitage des Monats beginnen … Heute, erster Freitag des Monats, ist leider schon vorbei.

Ich habe erfahren, dass in unserer Pfarrei jeden ersten Freitag im Monat vor der heiligen Messe um 18.00 Uhr, eine Stunde Eucharistischer Anbetung stattfindet.

Empfehlen Sie mir diese Praktik?

Gute Nacht, freundliche Grüße und ich bete für Sie.


Antwort des Priesters

Lieber Leser,

1. Eine Geldgabe mit dem Gebet zu kombinieren, ist grundsätzlich nicht falsch, solange kein Geschäft und Handel daraus entsteht.

Es kann als Akt der Nächstenliebe getan werden, um unser Gebet und unser Engagement für eine immer größere Nächstenliebe zu bekräftigen.

Ich war immer beeindruckt von dem, was in der Apostelgeschichte über Cornelius, einen römischen und heidnischen Centurio, erzählt wird: Der Herr sandte Petrus auf wunderbare Weise in sein Haus, um ihn, infolge seiner Gebete und Almosen, zu taufen.

Dies bedeutet, dass Gebete und Almosen vor Gott besonders mächtig sind und uns ganz große Gnaden bringen.

Hier der Text: ”In Cäsarea lebte ein Mann namens Kornelius, Hauptmann in der sogenannten Italischen Kohorte; er lebte mit seinem ganzen Haus fromm und gottesfürchtig, gab dem Volk reichlich Almosen und betete beständig zu Gott. Er sah um die neunte Tagesstunde in einer Vision deutlich, wie ein Engel Gottes bei ihm eintrat und zu ihm sagte: Kornelius! Kornelius blickte ihn an und fragte erschrocken: Was ist, Herr? Er sagte zu ihm: Deine Gebete und Almosen sind zu Gott gelangt und er hat ihrer gedacht. Schick jetzt einige Männer nach Joppe und lass einen gewissen Simon herbeiholen, der den Beinamen Petrus hat. Er ist zu Gast bei einem Gerber namens Simon, der ein Haus am Meer hat. Als der Engel, der mit ihm sprach, weggegangen war, rief Kornelius zwei seiner Haussklaven und einen frommen Soldaten von denen, die ihm treu ergeben waren. Er erzählte ihnen alles und schickte sie nach Joppe” (Apg 10,1-8).

2. Die Almosen solltest du unbemerkt in den Korb legen und eventuell den größeren Geldschein am Altar eines Heiligen abgeben. 

So erhält er auch den Wert einer ihm zu Ehren gemachten Opfergabe. 

Du wirst schon lange bemerkt haben, dass die Heiligen in Sachen Großzügigkeit unübertreffbar sind!

3. Es ist gut, Messen für Anliegen feiern zu lassen, die uns besonders am Herzen liegen.

Der heilige Ignatius von Loyola, Gründer der “Gesellschaft Jesu”, beschränkte sich nicht nur darauf, solche Messen selbst zu feiern, sondern ließ sie auch von seinen Ordensbrüdern feiern.

Die Hl. Messe hat, indem sie die Vergegenwärtigung des Kreuzopfers Christi auf unseren Altären darstellt, eine unendliche Macht der Fürsprache.

Bei der Übergabe des Messstipendiums am Priester genügt es ihm zu sagen: “für mein Anliegen”. Genauere Angaben sind sind notwendig.

Ich kenne jemanden, der immer an meinem Namenstag und am Jahrestag meiner Priesterweihe für mich eine Messe feiern lässt.

Er fährt zu einer Wallfahrtskirche, regelt alles Notwendige mit dem Priester, und bringt mir dann den Schein mit dem Datum, an dem die Hl. Messe für mich gehalten wird.

Es handelt sich zweifellos um das größte und berührendste Geschenk, das ich kenne. Ich hoffe, er wird es auch weiterhin tun!

4. Du schreibst: ”Im Allgemeinen kann das Fasten, das als Akt der Nächstenliebe zu verstehen ist, durch den Verzicht auf etwas anderem als Nahrung ersetzt werden”.

Vielleicht wolltest du sagen, dass der Verzicht auf Fleisch durch eine andere Bußpraxis ersetzt werden kann, weil das Fastenopfer an sich darin besteht, auf einige Lebensmittel zu verzichten.

Zur Abstinenz sind alle Gläubigen ab 14 Jahre verpflichtet.

Wer diese Fastenordnung nicht berücksichtigt, wird in der Beichte sagen, dass er den Bußcharakter des Freitags nicht beachtet hat.

Wer andererseits einer, durch Inspiration hervorgerufene Abtötung, nicht nachgeht, wird sagen, dass er einer guten Inspiration nicht nachgekommen ist.

In der Tat handelt es sich um eine Sünde der Unterlassung gegenüber dem Heiligen Geist, der uns jederzeit führt.

Wie uns der heilige Paulus erinnert, sind alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, Kinder Gottes (Röm 8,14).

5. Die Praxis der ersten Freitage des Monats kann ich dir nur wärmstens empfehlen, sowie die Stunde der Anbetung, die in der, von dir angegebenen Kirche, stattfindet.

Der Herr bat die heilige Margareta Maria Alacoque um eine Wiedergutmachung für die Verbrechen, Sakrilegien und Gleichgültigkeit, die Er in diesem Sakrament erleidet.

Der Herr wird dich und die ganze Kirche großzügig für diese Stunde der Anbetung segnen.

Ich segne dich auch und versichere dir wie immer mein Gebet.

Sei gegrüßt.

Padre Angelo

Questo articolo è disponibile anche in: Italienisch Deutsch