Frage
Lieber Pater Angelo,
ich sehe mich mit folgender Frage konfrontiert: Wie kann ich mir der ewigen Rettung meiner Kinder (die mir besonders am Herzen liegt) sicher sein, wenn vier von ihnen nicht zur Messe gehen und auch nicht zur Beichte?
Vielen Dank für Ihre geschätzte Antwort.
Claudio
Antwort des Priesters
Lieber Claudio,
- Leider kannst du dir der Rettung deiner Kinder nicht sicher sein.
Wenn sie nicht zur Messe und nicht zur Beichte gehen, dann deshalb, weil die Sünde ihnen den Geschmack an den göttlichen Dingen genommen hat. - Der heilige Papst Johannes Paul II. hat mit großem Realismus daran erinnert, dass die Sünde – als „Akt der Person“ – ihre ersten und wichtigsten Auswirkungen im Sünder selbst hat: nämlich in seiner Beziehung zu Gott, der tiefsten Grundlage menschlichen Lebens; dann auch in seinem geistigen Leben, wo durch die Sünde der Wille geschwächt und der Verstand verdunkelt werden (RP 16). Und so, indem sie Gott schwer beleidigt, „wendet sie sich schließlich gegen den Menschen selbst, mit einer dunklen und mächtigen Kraft der Zerstörung“ (RP 17).
- Wie du siehst, sind deine Kinder – wie so viele andere – in einen Teufelskreis geraten: Die Sünde hat ihnen den Geschmack an den göttlichen Dingen genommen, sodass sie weder zur Messe gehen noch zur Beichte.
Und da ihre Seele nicht gereinigt wird und sie sich nicht von der Lehre Gottes nähren, verharren sie immer mehr in ihren Sünden. - Was kann man tun? Vielleicht hast auch du schon oft die Worte der Verzweiflung des Propheten Jesaja wiederholt: „Warum haben sie unserer Verkündigung nicht geglaubt?“ (Jes 53,1), ebenso die Worte des heiligen Johannes: „Warum haben sie unserem Wort nicht geglaubt?“ (Joh 12,38) und des heiligen Paulus: „Warum haben sie nicht geglaubt, nachdem sie uns gehört haben?“ (Röm 10,16).
Mit dem klaren Schluss, den wir daraus ziehen können, dass Worte allein nicht ausreichen. - Eine erste Antwort muss im gelebten Vorbild eures Lebens liegen.
Gewiss nehmen eure Kinder das bereits wahr: Vor ihren Augen haltet ihr den Blick fest auf das Ziel gerichtet, dem wir zustreben: das Heil unserer Seele.
Vor ihren Augen macht ihr aus eurem Leben einen Lauf zum Himmel und geht ihn beharrlich weiter, ohne den Mut zu verlieren und ohne euch vom Verhalten anderer entmutigen zu lassen (vgl. Hebräerbrief 12,3–4).
Ich bin überzeugt, dass eure Kinder – auch wenn sie nicht zur Kirche gehen und die Sakramente nicht empfangen – in euch weiterhin diese Lebensbotschaft lesen und innerlich sagen: „Wir sind froh und stolz auf unsere Eltern. Wir würden sie gegen niemand anderen eintauschen“. - Aber es gibt noch etwas anderes, das ihr tun müsst. Darum hat die heilige Theresia vom Kinde Jesu geschrieben:
„Ah, Gebet und Opfer bilden meine ganze Kraft, sie sind die unüberwindlichen Waffen, die Jesus mir gegeben hat; sie berühren die Seelen weit mehr als Worte, und ich habe das oft erfahren. Eine von diesen Erfahrungen hat auf mich einen tiefen und süßen Eindruck gemacht“ (Geschichte einer Seele, 315).
Und weiter: „Ich sehe, dass nur das Leiden den Seelen zum Leben verhelfen kann, und mehr denn je offenbaren mir die erhabenen Worte Jesu ihre Tiefe: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht (Joh 12,24–25)“ (Geschichte einer Seele, 229). - Diese Haltung hatte sie von ihren Eltern gelernt, von denen berichtet wird, dass sich, wenn ein hartnäckiger Sünder allen Bemühungen widerstand, die ganze Familie mit Eifer der schwierigen Aufgabe widmete: Der heilige Josef wurde angerufen und eine Novene gebetet – und viele solcher Kämpfe wurden so durch das Gebet gewonnen. Vater und Mutter kannten keine reinere Freude als diese und setzten ihre Fürbitten auch für jene fort, die durch einen unbußfertigen Tod ihre Hoffnung enttäuscht hatten (S. G. Piat, Geschichte einer Familie, S. 159).
Ich wünsche auch euch diese tröstliche Erfahrung.
Ich bin überzeugt, dass es für euch keine größere und tiefere Freude gibt, als zu sehen, wie eure Kinder auf den Wegen Christi gehen und auf den Himmel hin ausgerichtet sind.
Ich begleite euch gern mit meinem Gebet und segne euch.
Zusammen mit euch segne ich auch eure geliebten Kinder.
Pater Angelo
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