Frage
Lieber Pater Angelo,
ich bin Schüler an der Oberschule.
Auch wenn ich den Rosenkranz nicht regelmäßig bete, trage ich ihn manchmal mit mir in meiner Tasche.
Ich wollte Sie fragen, ob das in Ordnung ist.
Manchmal habe ich Zweifel, ob ich ihn vielleicht wie ein Amulett benutze.
Aber eigentlich trage ich ihn mehr als Zeichen von Sicherheit und Hilfe in schwierigen Situationen oder als Schutz bei Versuchungen. Ich betrachte ihn also nicht als Glücksbringer (wie z. B. das rote Glückshorn) oder Ähnliches.
Vielen Dank für Ihren Dienst und herzliche Grüße.
Antwort des Priesters
Lieber Besucher,
- es freut mich sehr, dass du den Rosenkranz immer bei dir hast.
Der Segen, den die Dominikaner dem Rosenkranz geben, geht auf den über, der ihn bei sich trägt – und ganz besonders auf den, der mit diesem Gebet betet. Dabei schenkt er drei Gnaden, eine schöner als die andere. - Es sind diese drei Gnaden:
Erstens: eine immer tiefere Hingabe und Zuneigung zu Gott;
Zweitens: der Schutz vor sichtbaren und unsichtbaren Feinden;
Drittens: die Gnade, dass die selige Jungfrau Maria selbst uns vor das Gericht Gottes führt. - Wie ich dir schon sagte, werden diese drei Gnaden ausdrücklich im eigenen Gebet des Predigerordens zur Segnung der Rosenkränze erwähnt.
Dort heißt es, dass der Priester sie segnet und Gott bittet, „sie mit einer so großen Kraft des Heiligen Geistes zu erfüllen, dass jeder, der sie bei sich trägt oder sie ehrfürchtig zu Hause aufbewahrt und mit ihnen betet, indem er die göttlichen Geheimnisse betrachtet, immer mehr in einer heilsamen und beständigen Hingabe wächst;
im gegenwärtigen Leben überall und jederzeit von sichtbaren und unsichtbaren Feinden befreit wird;
und wenn er aus dieser Welt scheidet, es verdient, von der allerseligsten Jungfrau Maria, seiner Mutter, reich an guten Werken vor Gott geführt zu werden”. - Es ist also eine gute Sache, stets den gesegneten Rosenkranz bei sich zu tragen.
Wenn man ihn in der Hosentasche vorfindet, ist der Schritt zum Gebet leicht und beinahe selbstverständlich.
Wenn man ihn mit Hingabe bei sich trägt und vor allem damit betet, erfährt man den Schutz Mariens in allen Widerwärtigkeiten.
Die kostbarste Gnade aber besteht darin, am Tag des Gerichts von Ihr selbst vor Gott geführt zu werden. Sie wird unsere Fürsprecherin sein. Sie wird dem ewigen Vater sagen, dass wir stets ein greifbares Zeichen ihrer Liebe und ihres Schutzes bei uns getragen haben.
Maria lässt nicht zu, dass jemand, der den Rosenkranz ehrfürchtig bei sich trägt und vor allem mit ihm betet, in Widerspruch zu den Forderungen des christlichen Lebens lebt.
Ich denke, dies war der Grund, warum Pier Giorgio Frassati ihn immer bei sich trug und ihn auch seinen Freunden schenkte.
Einem Freund einen Rosenkranz zu schenken, damit er ihn stets bei sich trägt, ist ein besonderer Ausdruck der Liebe – ja mehr noch: ein großes Gut, das man ihm gibt. Dafür wird er uns ewig dankbar sein. - Heute überträgt jede Segnung des Rosenkranzes – auch wenn sie nicht von den Dominikanern gespendet wird – diese Gnaden.
Ich versichere dir mein Gebet, grüße dich herzlich und segne dich.
Pater Angelo
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