Frage
Lieber Pater Angelo,
mein Name ist Emanuele. Zunächst mӧchte ich mich bei Ihnen für die Hilfe bedanken, die Sie mir in den vergangen Jahren geleistet haben. Dank Ihrer Ratschläge, meines geistlichen Leiters und vor allem natürlich Dank der Gnade Gottes, gelang es mir, aus der schrecklichen Situation herauszukommen, in die ich auf geistiger Ebene geraten war.
Unser Herr Jesus Christus hat mich geheilt und begonnen, mich durch die Wege des Lebens zu führen (er hatte nie aufgehӧrt, es zu tun, aber ich war blind und taub geworden).
Letzten September bin ich nun Katechet geworden, eine Aufgabe, die mir sehr am Herzen liegt und die ich gerne ausübe, weil ich wirklich große Freude daran habe, trotz der Schwierigkeiten, das Evangelium zu verkünden.
Leider sind die Kinder/Jugendlichen, die der Herr mir anvertraut hat, völlig unwissend auf diesem Gebiet und es fehlt ihnen gänzlich an Grundkenntnisse, aber in unserer Gruppe haben wir die Ärmel hochgekrempelt und begonnen, auszusäen.
Aber in letzter Zeit habe ich viel nachgedacht und überlegt, wie wir den Kindern Jesus konkret näherbringen können, damit sie Ihn kennenlernen, begegnen und mehr lieb gewinnen, anstatt ihnen nur abstrakte Vorstellungen zu vermitteln.
Gewiss: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt“; der Glaube ist ein Geschenk Gottes, aber Er selbst hat uns den Auftrag gegeben, Sein Wort zu verbreiten und zu evangelisieren.
Die Frage ist also folgende: wie kann ich den Kindern Jesus nahebringen? Außer Jesus selbst zu beten?
Ich danke Ihnen sehr und schließe Sie in mein Gebet ein.
Emanuele
Antwort des Priesters
Lieber Emanuele,
1. zunächst einmal freue ich mich über den Dienst, der dir anvertraut worden ist.
Er ist sehr wertvoll für dich und gleichzeitig auch für die Kinder.
Es ist eine unschätzbare Gnade des Herrn, weil Er dich aufruft, Ihn immer näher kennenzulernen, zu lieben und von Ihm Besitz zu nehmen.
2. Was du sagst, ist wahr: keiner kann zu Jesus kommen, wenn nicht der Vater, der Ihn gesandt hat, ihn zieht (vgl. Joh. 6,44).
Es ist immer eine persönliche, intime Begegnung, die in der Tiefe des Herzens stattfindet.
Damit Kinder Jesus im Herzen begegnen und von Ihm berührt bleiben, ist es notwendig, dass der Vater sie anzieht.
Alle deine Bemühungen können niemals dorthin vordringen, wo nur Gott, der Vater, hingelangen kann.
3. Du kannst jedoch die Gelegenheit begünstigen.
Es gibt zwei Dinge, die du tun kannst, um ihnen zu helfen.
Das Erste besteht darin, mit den Jugendlichen so zu sprechen, dass sie fühlen, dass, das was du sagst, dich erleuchtet, erwärmt, dein Leben verändert und dass du dich darüber freust.
Dies wird nicht möglich sein, ohne dass du in tiefer Gemeinschaft mit dem Herrn lebst, selbst beim Sprechen.
Es geht nicht darum, wie ein Fanatiker drauflos zu reden, denn das würde künstlich und unecht wirken, sondern eher, Zeuge zu sein von Dem, den du immer vor Augen hast und den du in diesem Moment gegenwärtig machen möchtest.
4. Damit dies geschieht, ist es zunächst einmal notwendig, dass du dich dauerhaft in einem Zustand der Gnade befindest und das, was du sagst, vorlebst und lehrst, wie man es umsetzen kann.
Bereite dich daher durch Studium, Meditation, Gebet und durch dein Leben auf den Katechismusunterricht vor.
Wenn dein Unterricht so vorbereitet wird, wird er dir mühelos von der Hand gehen und wie ein Lied erscheinen, das aus deinem Herzen strömt.
Ein Lied, das schӧn ist und gut vorgetragen wird, wirkt wie ein Zauber.
Auf diese Weise wirst du in den Herzen der Jugendlichen die innere Disposition begünstigen, dem Herrn zu begegnen.
5. Die zweite wichtige Sache für einen Katecheten ist das Zeugnis seines Lebens.
Hier möchte ich besonders die Notwendigkeit des Gebetslebens hervorheben.
Es ist notwendig, dass die Kinder bzw. Jugendlichen dich im Gebet vertieft sehen, in gelassener Haltung und tief anhaltender Gemeinschaft mit dem Herrn.
Wenn sie dich in der Kirche vor oder nach der Messe, vor oder nach dem Katechismusunterricht in dieser Haltung sehen, werden sie dazu bewegt, dasselbe zu tun: schweigend, mit gefalteten Händen, andächtig nieder zu knien, so wie ihr Katechet es ihnen vormacht.
Durch die tiefe innere Stille, wird es ihnen leicht fallen, die Stimme des Herrn zu hören und sich auch innerlich berührt zu fühlen.
Kinder sind reinen Herzens und haben auch die Bereitschaft, so wie Samuel zu sprechen: “Rede, Herr, denn dein Diener hӧrt” (1 Sam 3,10).
Und wie die Erfahrung zeigt, sind sie in der Lage, das Gehörte sofort in die Tat umzusetzen, und sie werden aufmerksamer und großzügiger.
6. Wie du siehst, ist das Amt des Katecheten eine wunderbare Gnade für dich und für diejenigen, denen Gott dich begegnen lässt.
Was du ihnen mitteilst, kann tief in ihrem Innern Resonanzen schaffen, ihr gegenwärtiges Leben bestimmen und Resonanzen für die Ewigkeit haben.
Es ist wirklich etwas Großartiges!
Ich danke dir, dass du meiner im Gebet gedenkst, auch ich begleite dich mit meinem Gebet, segne dich und wünsche dir alles Gute.
Pater Angelo
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