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Frage

Lieber Padre Angelo,

der 16. Juli, Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, ist auch der Tag meiner Aufnahme in die große Bruderschaft des heiligen Rosenkranzes.

Zunächst möchte ich mich ganz herzlich für Ihre berührenden Worte bedanken, die ich voll und ganz teile.

Sie haben es sehr schön gesagt: die Aufnahme in die Bruderschaft ist ein direktes Geschenk der Muttergottes.  

Ihre inspirierte Aussage veranlasst mich nun, mein Zeugnis darüber abzulegen, was mich bis hierher gebracht hat.

Schon seit längerem bin ich der Allerheiligsten Jungfrau Maria ergeben, aber trotz der Marienfeiern, an denen ich gelegentlich teilnahm und der zahlreichen Wallfahrten nach Medjugorje (ca. 13), habe ich es leider nie geschafft, richtig den Heiligen Rosenkranz zu beten. 

Gelegentlich habe ich eine Woche lang mit dem Gebet angefangen, ließ es aber zu meinem Bedauern, aus Faulheit und anderen Gründen, bald wieder sein.

Ab dem 2. Januar 2019 änderten sich die Dinge, als ich durch die Gnade Gottes begann, am Rosenkranzgebet von Maria, der Knotenlöserin teilzunehmen (dies ist eine, von unserem Bischof Monsignor Giovanni D’Ercole festgelegte, kontinuierliche Novene, die vor dem Allerheiligsten Sakrament gebetet wird, das wiederum in der Kirche Maria SS della Carità in Ascoli Piceno rund um die Uhr ausgestellt wird).

Zu meinem Erstaunen musste ich festellen, dass ich am Ende der ersten Novene das Bedürfnis verspürte, den Heiligen Rosenkranz zu beten. Die darauffolgenden 4 Monate habe ich dann beharrlich jeden Tag einen Teil davon (50 Ave Maria) gebetet, bis ich dann, gegen Ende der dritten Novene zu Maria der Knotenlöserin, so wie eine Art innere Stimme wahrnehmen konnte, die mir nahe legte, noch einen Schritt weiterzugehen ……. und den gesamten Rosenkranz zu beten (150 Ave Maria).

Ich muss zugeben, seit jenem Samstag  (es war der 22.  Juni 2019)  hat sich mir eine neue Welt geӧffnet!

Vom Beten eines Teils bin ich zum täglichen Gebet des vollständigen Rosenkranzes übergegangen, und habe diesen bisweilen sogar überschritten! (ich staune immer noch über mich selbst).

Damit war die Sache aber noch nicht erledigt, weil ich beim Surfen im Internet zufällig auf Ihre Website gestoßen bin und sofort das Bedürfnis verspürt habe, Mitglied der Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes zu werden. Mit Sicherheit haben auch die schönen Versprechungen der Heiligen Jungfrau an Alain de la Roche dazu beigetragen.

Fazit ist: ich habe die Muttergottes um materielle Gnaden gebeten und sie, wie es sich für eine vortreffliche Mutter gehört, hat mir geistige Gnaden gewährt, die mich zum Kern der Sache zurückbringen: dem Gebet des Heiligen Rosenkranzes, das Heilmittel all unserer Übel.

Ich möchte klarstellen, dass ich hier nicht für mich, armen Sünder auf der Suche nach Erlӧsung, Zeugnis ablege, sondern für die glorwürdigste Jungfrau Maria, die immer bei ihrem Sohn Jesus, unseren Herrn und einzigen Retter, Fürsprache einlegt und durch diese kraftvolle Novene (die selbst unserem Papst Franziskus so sehr am Herzen liegt) besondere Gnaden verleiht.  Ich bitte Sie darum, diese Praktik und Andacht mit Wohlwollen zu verbreiten.   

Ich versichere Ihnen und allen Brüdern und Priestern des großen Dominikanerordens mein Gebet, und bitte Sie, weiterhin für meine Bekehrung und Beharrlichkeit im Rosenkranzgebet zu beten. 

Mӧge Gott Sie segnen und die Gottesmutter Maria Sie beschützen.

Hoch lebe der Hl. Dominikus!!!!

Herzliche Grüße

Francesco


Antwort des Priesters

Lieber Francesco,

1. ich freue mich sehr über die Gnade, die dir gewährt worden ist und für dein Zeugnis, das du darüber ablegst: du hast die Novene zu Maria der Knotenlӧserin gebetet, zur Lӧsung einiger materiellen Probleme, und stattdessen eine Gnade erhalten, um die du gar nicht gebeten hattest, die aber unermesslich wertvoller ist: die Liebe zum Rosenkranzgebet, oder noch besser gesagt, die Liebe zum täglichen und vollständigen Rosenkranzgebet.

Wie schӧn wäre es, wenn du von nun an und für immer zusammen mit Papst Johannes Paul II. sagen kӧnntest: “Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren” (Rosarium Virginis Mariae, 2).

2. Ich möchte in meinem Kommentar zu deiner E-Mail unterstreichen, dass das Rosenkranzgebet tatsächlich das Heilmittel unserer Übel ist.

Es ist nicht schwer, den Grund zu verstehen.  

Beim Rosenkranzgebet wendet sich unser Blick zunächst auf Christus, von dem bei jedem Gesätz ein rettendes Ereignis betrachtet wird.  

In dem Moment ist es, als würden wir Ihm die Tür öffnen und ihm erlauben, in unser Leben einzutreten, um mit jedem von uns das zu tun, was der barmherzige Samariter mit dem tat, der in die Hände der Räuber geraten war, die ihn ausgeraubt und halbtot liegen lassen hatten: “ Er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn” .(Lk 10,34)

3. In einer Präfation des eucharistischen Gebets wird Jesus mit folgenden Worten gelobt:  “Noch heute begleitet er als barmherziger Samariter jeden, an Leib und Seele Verwundeten, und gießt das Öl des Trostes und den Wein der Hoffnung auf seine Wunden”.

Er gießt den Wein, Symbol Seines sühnenden und reinigenden Blutes.

Er lindert durch Öl, Symbol der Gnade und des Trostes des Heiligen Geistes, den Er in unsere Seele einführt.  

Jesus tut all dies, während wir mit den Gefühlen der Muttergottes bei Ihm sind. 

Deshalb ist das Rosenkranzgebet das Heilmittel unserer Übel. 

Ohne es zu merken, werden wir geheilt.

4. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Rosenkranz das  Heilmittel unserer Übel ist: er hilft, die Ereignisse unseres Lebens mit den Augen des Glaubens zu betrachten, das heißt, mit den Augen Gottes. 

Dieses Gebet bewahrt uns vor Einsamkeit und Entmutigung, denn es lässt uns eine wunderbare Erfahrung der Vereinigung mit dem Herrn, unserem Retter, mit der Muttergottes, mit den Bewohnern des Himmels und der ganzen Welt, erleben.  

5. Insbesondere bringt der Rosenkranz, zusammen mit der rettenden Gegenwart des Herrn, die Muttergottes in unser Leben,  und sie bleibt nie untätig.  

Sie kommt mit der, bei der Verkündigung eingenommenen, Haltung.

Es ist das Ereignis, das den Beginn der Niederlage unseres Gegners kennzeichnet.

Deshalb wird das Rosenkranzgebet auch Waffe genannt, unsere Rettungswaffe. 

In seinem 1934 an den Generaloberer der Dominikaner gerichteten Brief “Inclytam et perillustrem” schrieb Pio XI: “Zu den vom Hl. Dominikus zur Bekehrung der Ketzer benutzten Waffen war das Rosenkranzgebet am wirksamsten, wie  Gläubiger gut wissen.  Seine von der Seligen Jungfrau selbst gelehrte Praktik hat sich viel in der ganzen katholischen Welt verbreitet”.

6. Der Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort bemerkt, dass  “die Erlӧsung der Welt genau mit dem Ave Maria begonnen hat und die Erlösung eines jeden mit diesem Gebet verbunden ist.

Es war dieses Gebet, das dem trockenen und unfruchtbaren Boden die Frucht des Lebens gebracht hat. Wenn es gut gebetet wird, lässt es das Wort Gottes in unseren Seelen keimen und trägt die Frucht des Lebens, Jesus Christus” (Die Wahre Andacht zu Maria, n. 249).

7. Ich denke, ich kann sagen, dass die Worte von Pater Antonino da Monroy, Generaloberer der Dominikaner (1634-1715), nicht nur für den Dominikanerorden gelten, sondern auch für jeden Gläubigen, der den Rosenkranz liebt: “Der Rosenkranz ist die schӧnste Blume des Ordens.

Wenn diese Blume verwelkt, gehen der Charme und der Glanz unserer Institution verloren…

Aber wenn sie wieder zum Leben erwacht, zieht sie den reichlich vorhandenen Tau des Himmel auf uns”.

8. Der Grund dafür ist, dass wir, wenn wir den Rosenkranz beten, eine besondere Gemeinschaft mit unserem Heiland Jesus Christus erfahren.

Wie Pater Marie-Etienne Vayssière O.P. (1864-1940), der früher Provinzprior der Dominikaner von Toulouse war und dessen Seligsprechungsprozess gerade im Gange ist, bemerkte, “ist der Rosenkranz nicht einfach eine Reihe von mit Andacht gebeteten Gegrüßt seist du Maria; es ist Jesus, der durch das mütterliche Wirken von Maria in die Seele zurückkehrt”.

Dir wünsche ich auch, dass Jesus jeden Tag durch das mütterliche Handeln von Maria in deine Seele zurückkehrt.

Was kann es Schӧneres geben?

Ich schließe dich gern in mein Gebet ein und segne dich.

Padre Angelo