Frage

Lieber Pater Angelo,
wenn es mӧglich ist, würde ich gern wissen, was man unter dem Begriff Dominikanerfamilie versteht und wie sie strukturiert ist.
Insbesondere würde ich gern wissen, wie die Laiengemeinschaften in Ihrem Orden strukturiert sind, und zwar welche Laiengruppen in Ihren Verfassungen vorgesehen sind, welche tatsӓchlich noch da sind, und wie groß ihre Verbreitung in Italien ist.
Ist der dritte Orden die einzige Laiengemeinschaft?
Zum Schluss würde ich gern wissen, ob die Engelmilitia des Hl. Thomas v. Aquin noch existiert und was sie tatsӓchlich darstellt (oder darstellte)
Ich entschuldige mich für die vielen Fragen und für ihre Lӓnge und warte mit großem Vertrauen auf Ihre freundliche Rückmeldung.


Antwort des Priesters

Mein Lieber,

1. Der neunte Paragraph der Grundverfassung unseres Ordens lautet: “Die Dominikanerfamilie besteht aus Priesterbrüdern und Mitarbeitern, Nonnen, Schwestern, Mitarbeitern weltlicher Einrichtungen, Priester- und Laiengemeinschaften”.
Teil des Ordens sind diejenigen, die der Jurisdiktion des Ordensmeisters unterstehen.
Die Anderen sind Teil der Domenikanerfamilie.

2. Über die Laiendominikaner, die dem ursprünglich sogenannten Dritten Orden entsprechen, schreibe ich hier, was in den eigenen Verfassungen steht :
“2. Die Laien dann, die vom Heiligen Geist zu einem Leben im Geist und Charisma des Hl. Dominikus geführt worden sind, werden dem Orden durch ein spezifisches Versprechen, nach eigenen Statuten angeschlossen.

3. Sie vereinigen sich in Gemeinschaften und bilden mit den anderen Dominikanerstӓnden eine einzige Familie (vgl. LCO 141).

4. Laiendominikaner zeichnen sich in der Kirche besonders wegen ihrem Dienst an Gott und am Nӓchsten aus.
Als Ordensmitglieder nehmen sie mit dem Gebet, dem Studium und der Predigt an der apostolischen Sendung teil, je nach persönlicher Situation der Laien.

5. Laiendominikaner folgen dem Vorbild des Hl. Dominikus, der Katharina v. Siena und deren, die vor uns das Leben des Ordens und der Kirche veranschaulicht haben. Die Laiendominikaner, durch die brüderliche Gemeinschaft gestärkt, legen vor allem Zeugnis ihres Glaubens ab, zeigen sich ihren Zeitgenossen gegenüber hilfsbereit und arbeiten im Dienst der Wahrheit.

6. Als Förderer der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens, überlegen sie sorgfältig die wichtigsten Zwecke des Apostolates der Kirche ihrer Zeit und fühlen sich dazu bewegt, konkretes Mitgefühl für jegliche Form menschlicher Sorge zu äußern.

7. Durch das Charisma des Ordens inspiriert, halten sie sich stets vor Augen, dass die apostolische Sendung aus der Fülle der Kontemplation entspringt.”

8. Zusammen mit den Laiendominikanern (Dritter Orden), gibt es viele andere Laienvereinigungen, die nicht dem Orden sondern der Dominikanerfamilien angehӧren: die Rosenkranzbruderschaften, die Mitglieder der internationalen Vereinigung Katharina v. Siena, die dominikaner Jugendbewegungen.

9. Die Bruderschaften der Laiendominikaner sind in allen Regionen Italiens verbreitet. Normalerweise sind sie aktiver, wenn sie von einem Kloster unterstützt werden. In den Regionen Norditaliens habe ich 42 Bruderschaften gezӓhlt (aus dem Katalog 2011).
In den anderen Regionen kӧnnten es auch ungefӓhr so viele sein.

10. Die Engelmilitia ist Teil der Dominikanerfamilie.
Sie wurde noch nicht abgeschafft. Viele, die in ihrer Jugendzeit der Militia beitraten, leben noch. Es wӓre nicht schlecht, wenn sie etwas neuen Elan bekommen würde.
Der Engelmilita schlossen sich diejenigen an, die sich, zur Erhaltung und Bewahrung der Reinheit, unter den Schutz des Hl. Thomas v. Aquin stellten.
Ich hoffe, alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet zu haben und versichere dir mein Gebet zum Hl. Dominikus. Ich segne dich.
Pater Angelo

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