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Frage

Lieber Pater Angelo,

ich verfolge schon länger mit Interesse Ihre Seite und bedanke mich im Voraus für die mir gewidmete Zeit.

In mir ist ein Zweifel aufgekommen und ich hoffe, Sie können mir helfen ihn zu beseitigen. Also, mein Name ist Nando und ich lebe seit 8 Jahren in England.

Meine Frau ist evangelisch-lutherischen Glaubens und wir haben 2011 geheiratet, also eine Mischehe, die von einem Priester in einer katholischen Kirche gefeiert worden ist.

Nach der Hochzeit wurde meine Frau dann in der katholischen Kirche aufgenommen, hat einen Kurs mit dem Namen RCIA  besucht (rite of christian initiation of adult, übersetzt Initiationsritus für erwachsene Christen) und während der, in der katholischen Kirche durchgeführten kleinen Zeremonie, wurde sie vom Pfarrer und in Anwesenheit meiner Familie und  den Firmzeugen gefirmt.

Seitdem besuchen wir sonntags gemeinsam den Gottesdienst und wachsen allmählich zusammen, wobei wir auch unseren Töchtern, Dank Gottes Gnade, eine katholische Orientierung geben.

Beim Recherchieren im Internet ist mir jedoch ein Zweifel aufgekommen, weil ich gelesen habe, dass die Firmung nicht zweimal empfangen werden kann, denn das wäre ein Sakrileg.

Ich habe Don Filippo, dem Priester, der meine Frau in der katholischen Kirche aufgenommen uns getraut hat, meine Zweifel geäußert und er hat mir versichert, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, weil die katholische Kirche die Firmung anderer christlicher Religionen nicht anerkennt. Ich möchte nun dem Priester gegenüber nicht respektlos sein, aber leider bin ich immer noch skeptisch. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, was schlagen Sie vor, zu tun?

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und erinnere Ihrer in meinem Gebet.

Nando 


Antwort des Priesters

Lieber Nando,

1. ich freue mich sehr über die Gnade, die der Herr dir durch die Bekehrung deiner Frau zum katholischen Glauben geschenkt hat.

Nun bist du mit deiner Frau auch im Glauben und in der Weitergabe des Glaubens an deine Töchter ein Herz und eine Seele.

Es ist eine der schönsten Gnaden, mit denen der Herr deine Ehe begleiten wollte.

Gewiss war dein Zeugnis vom christlichen Leben ein wichtiger Bestandteil der Bekehrung deiner Frau, die durch die Teilnahme an den Sakramenten der katholischen Kirche mit Sicherheit eine Fülle gespürt hat, die der lutherisch-evangelischen Kirche leider fehlt.

2. Kommen wir nun zu deiner Frage: Was dir Don Filippo gesagt hat, gilt für protestantische Kirchen.

Diese Kirchen haben nur die Taufe als gültiges Sakrament, weil die Taufe von jedem (auch von einem Heiden) gespendet werden kann, solange die Absicht besteht, das zu tun, was die Kirche tut.

3. Protestanten haben auch die Eucharistie, die sie das Heilige Abendmahl nennen.

Aber dieses heilige Abendmahl wird der realen Gegenwart des Leibes und Blutes des Herrn entleert, weil ihre Diener nicht die Macht haben, zu weihen.

Selbst wenn sie an die reale Gegenwart glaubten, könnten sie sie nicht umsetzen, weil sie diese Kraft nicht haben, die aus der physischen Übertragung durch das Auflegen der Hände herrührt, der ununterbrochenen Weitergabe des Bischofsamtes, von Christus bis an unsere Priester (Apostolische Sukzession).

4. Die Protestanten folgen außerdem nur zwei Sakramente.

Und selbst wenn sie auch die anderen erkennen würden, hätten sie nicht die Macht, Gnade zu vermitteln, weil denen, die sie ausüben, diese Macht fehlt.

5. Anders sieht es bei den orthodoxen Kirchen aus: Sie haben die apostolische Sukzession bewahrt, also die Übertragung der göttlichen Macht von Christus auf unsere Priester durch die materielle Geste der Handauflegung.

6. Wenn deine Frau dazu gebeten worden wäre, die Taufe zu wiederholen, wäre dies ein Sakrileg gewesen, denn die Taufe, die sie erhalten hat, ist gültig.

Aber ihr fehlte die Firmung. Deswegen kann man nicht von Wiederholung sprechen, noch wurde ein Sakrileg begangen.

Selbst wenn die evangelischen Pfarrer einen Ritus ähnlich dem der Firmung durchgeführt hätten, hätten sie deiner Frau dies mitteilen können, was du ihr mitgeteilt hättest, wäre sie gefirmt worden. Das heißt, du hättest ihr nichts mitgeteilt, denn weder sie noch du habt diese Vollmacht, die die apostolische Nachfolge erfordert.

7. Du brauchst dir also keine Sorgen machen. Don Filippo hat alles richtig gemacht.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, erinnere deiner im Gebet und segne dich.

Pater Angelo