Questo articolo è disponibile anche in: Italienisch Deutsch

Lieber Pater Angelo,   

ich bin ein gläubiger und überzeugter Katholik und möchte Ihnen gerne eine Frage stellen: Ich lebe in einem 1200-Seelendorf, wo heute das Patronatsfest gefeiert worden ist.

Der Priester hat sich geweigert, den Gläubigen die Kommunion zu spenden, und begründete dies damit, dass es ohne Beichte keine Kommunion gebe.

Was können Sie mir dazu sagen?

Ehrlich gesagt, finde ich es nicht richtig.

Ich bin mir sicher, dass ich mit Ihrer Antwort rechnen kann und grüße Sie herzlich.


Antwort des Priesters

Lieber Besucher,

1. der Priester, von dem du sprichst, hat Recht, wenn er sagt, dass die heilige Kommunion im Stand der Gnade empfangen werden muss, aber die Art, wie er gehandelt hat, ist falsch.

2. Dass die heilige Kommunion in der Gnade Gottes empfangen werden muss, sollte allen bekannt sein.

Die Heilige Schrift ist in diesem Punkt sehr klar. Sie ermahnt sogar eindringlich: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt. 

Deswegen sind unter euch viele schwach und krank und nicht wenige sind schon entschlafen” (1 Kor 11,27-30).

3. Zu der ersten Aussage: “Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn” ist zu beachten, dass der Ausdruck macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn das gleiche ist, wie zu sagen er macht sich bei dem Majestätsverbrechen, der Schmähung gegenüber dem Blut und des Leibes des Herrn schuldig.

4. Es wird zu Recht anerkannt, dass diese Aussagen eine weitere Bestätigung der realen Gegenwart des Herrn in der Eucharistie sind.

Gäbe es nur eine Figur oder ein Symbol, würde man sich nicht der Schmähung gegenüber dem Blut und des Leibes des Herrn schuldig machen. 

5. Davon abgesehen, hat der Priester – aus uns unbekannten Gründen – ohne jegliches pastorales Taktgefühl gehandelt.

Er hätte nämlich zu Beginn der Messe daran erinnern können, dass man nur im Stand der Gnade Gottes die heilige Kommunion empfangen darf. Damit wäre die Sache erledigt gewesen.

Eine Mini-Katechese hätte alles geklärt.

6. Indem er allen die heilige Kommunion verweigert hat, verweigerte er sie auch denen, die wohlgesinnt waren.

Das Beste wäre natürlich gewesen, er hätte sich einige Tage zuvor für die Beichte zur Verfügung gestellt, nachdem er vorher die Gläubigen darüber informierte.

Durch sein, von dir geschildertes Handeln, hat er hingegen vielen Menschen viele Gnaden entzogen.

Darüber hinaus war dies ein Grund allgemeiner Unzufriedenheit, was die festliche Atmosphäre vermasselt hat, die die Menschen im Namen des Schutzpatrons versammelte.

Mit einem Wort, er hat einen möglichen und großen Segen zunichte gemacht. Für manche war es wahrscheinlich ein Grund zum Sündigen.

7. Deinerseits, tu dein Bestes, um das Böse wieder gutzumachen.

Durch dein Gebet bringst du den Segen des Schutzpatrons auf andere Weise zu den Menschen, die sich dort versammelt haben.

Ich wünsche dir alles Gute, erinnere deiner im Gebet und segne dich.

Pater Angelo