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Frage

Lieber Padre Angelo,

ich habe gerade die Frage “Zum Thema Schmerz und  der Möglichkeit, dass Gott das Herz derer verwandelt, die in der Hölle sind“” gelesen, die Ihnen ein Besucher dieser Seite gestellt hat, und möchte Ihnen dazu einige Überlegungen unterbreiten, um zu verstehen, ob mein Denken mit dem übereinstimmt, was die Heilige Kirche lehrt. Ich denke nämlich, dass dieses Thema für das geistliche Wachstum eines jeden von grundlegender Bedeutung ist.

Was wir vielleicht nicht schaffen ist, die Kleider des Menschen abzulegen und uns vom Geheimnis Gottes und Seiner Barmherzigkeit umhüllen zu lassen: ich erkläre genauer, was ich damit meine. Gott hat uns geschaffen, damit wir im Hinblick auf unser Glück mit Ihm und für Ihn leben können und ich denke, dass die ganze Schöpfung zu diesem Zweck geordnet ist.  Nach dem ersten Ungehorsam ist der Tod in die Welt gekommen aber der Zweck des Menschen hat sich nicht geändert, so wie Gottes Plan für uns: das Bӧse, der Tod und das Leid sind nicht durch Gottes Willen in die Welt gekommen, aber offenbar lässt Er dies zu, weil sie wegen Seiner unendlicher Güte, für uns wahrscheinlich nützlicher sind als das Wohlbefinden. Für manche mag es vielleicht der Weg zu einer höheren Heiligkeit sein, denn das Aufopfern von Leid aus Liebe, in Nachahmung des Opfers Jesu, ist der höchste Weg, um der Liebe Gottes zu entsprechen, während es für andere der Weg sein kann, umzukehren und sich von der Zuneigung zu den Dingen der Welt und der Sünde abzuwenden.

Selbst Satan kann nichts tun, wenn wir ihm keinen Raum gewähren.  Kӧnnten wir zwei parallele Welten einsehen, von denen nur in der ersten Satan agiert, wäre die Anzahl der Geretteten in der ersten wahrscheinlich hӧher als in der zweiten. 

Zugunsten dieser Überlegungen gibt es zwei Elemente, eine davon ist eine Feststellung: der Mensch im Wohlstand neigt dazu, sein ganzes Interesse auf die Dinge zu richten, statt sich Gott zuzuwenden. Jeder von uns kommt zu dieser Erkenntnis.  Zweitens, kӧnnen Gottes Pläne nicht abgelenkt werden und alles muss zu ihrer Verwirklichung beitragen, denn sonst wäre Gott nicht Gott.  Deshalb können wir sagen, dass alles zum Wohl derer beiträgt, die Gott lieben, denn nichts Äußerliches lässt uns von der Liebe Gottes abwenden, außer unser Wille. Dann verstehen wir auch, warum es dem Hl. Franziskus ermӧglicht war, den Tod “Schwester Tod” zu nennen und warum viele andere Heilige, Gott für die Leiden, Krankheiten und Verfolgungen dankten, insofern sie Ausdruck Seiner Liebe zu uns sind.

Wieso also nicht beten, damit alle Menschen in den Geschehnissen der Welt, die Zärtlichkeit Gottes wahrnehmen kӧnnen, der bis zum letzten Moment tätig ist, damit jeder Seiner Liebe das Herz ӧffnet?  Wie ist es möglich, Gott nicht zu lieben, wenn selbst die Sünde, die wir gegen Ihn begangen haben, uns nicht nur für die, durch das Opfer Jesu gewonnenen Verdienste, vergeben wird, sondern auch für unsere überzeugendere Bekehrung angewendet werden kann, wenn wir es wollen?

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihr geduldiges Zuhören und Ihre wertvolle Arbeit: ich danke dem lieben Gott, dass Er uns die Heilige Kirche und Diener wie Sie gegeben hat, die fähig sind, die Gaben Gottes an uns Sünder zu verteilen.

In brüderlicher Umarmung 

Corrado


Antwort des Priesters 

Lieber Corrado,

1. deine tiefgründigen Überlegungen teile ich voll und ganz. 

Ich erlaube mir, einige Ausdrücke zu unterstreichen, in der Absicht, sie noch mehr hervorzuheben.

2. Die erste betrifft den Wert des Leidens in der Vorsehung.

Für einige ist es, in Nachahmung des Opfers Jesu, die höchste Art, der Liebe Gottes zu entsprechen.

Ja, Gott lässt Leid zu, damit die Menschen auf noch erhabener Weise lieben können. 

So wie das Opfer Christi  die Größe der Liebe Gottes zu uns zeigt, so wird uns durch das Leid die Möglichkeit gegeben, die Liebe noch tiefer zu erfassen als im irdischen Paradies.

Deshalb kann der Mensch einen noch höheren Grad an Heiligkeit und Liebe erreichen als der der Engel.

3. Für andere kann es der Weg sein, umzukehren und sich von der Zuneigung zu den Dingen der Welt und der Sünde abzuwenden.

Zweifellos sind viele Gott auf dem Weg des Leidens begegnet.

Umgekehrt ist auch der verlorene Sohn als er beschlossen hat, nach Hause zurückzukehren. 

Auch der gute Dieb, der am Kreuze Jesus bittet, nach dem Eingang in Sein Reich, sich an ihn zu erinnern, ist umgekehrt. 

Auch der Heilige Ignatius von Loyola ist umgekehrt und mit ihm eine grenzenlose Zahl anderer.

4. Der Mensch im Wohlstand neigt dazu, sein ganzes Interesse auf die Dinge zu richten, statt sich Gott zuzuwenden. 

Das wird auch in der Heiligen Schrift sehr klar gesagt:  “Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, er gleicht dem Vieh, das verstummt.” (Ps. 49,21).

5.  Zweitens kӧnnen Gottes Pläne nicht abgelenkt werden und alles muss zu ihrer Verwirklichung beitragen, denn sonst wäre Gott nicht Gott. Deshalb können wir sagen, dass alles zum Wohl derer beiträgt, die Gott lieben, denn nichts Äußerliches lässt uns von der Liebe Gottes abwenden, außer unser Wille.

Der Hl. Thomas von Aquin sagt: “Wenn Einer die Nächstenliebe besitzt, dann kann Unglück oder Schwierigkeit ihm nicht schaden, doch kann er davon profitieren: “Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht,” (Rӧm 8,28). Doch scheinen dem Liebhaber Widersprüche und Schwierigkeiten sehr leicht, so wie die Erfahrung bestätigt” (Hl. Thomas v. Aquin, In duo praecepta caritatis et in vecem legis praecepta expositio, nn. 1139-1154).

Ja, äußere Dinge, einschließlich der Versuchungen Satans und der Unterdrückung der Menschen, können uns in unserer Seele nur schaden, wenn wir es zulassen.

So sagt der Hl. Paulus: “Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? 

Doch in all dem tragen wir einen glänzenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat.  Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,  weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.” (Rӧm 8,35.37-39).

Wir sind also durch das Wissen um die Unveränderlichkeit von Gottes Plänen getrӧstet.  Gott ist so allmächtig und gut, dass Er alles zu unserem Vorteil wendet. 

Sogar unsere Sünden kӧnnen zu einer noch größeren Liebe beitragen: Wie ist es möglich, Gott nicht zu lieben, wenn selbst die Sünde, die wir gegen Ihn begangen haben, nicht nur für die durch das Opfer Jesu gewonnenen Verdienste uns vergeben wird, sondern auch für unsere überzeugendere Bekehrung verwendet werden kann, wenn wir es wollen?

Ich danke dir, lieber Corrado, dass du die Erleuchtungen, die dir Gott gegeben hat, auch uns zur Verfügung gestellt hast.    

Sie können den Besuchern unserer Webseite eine wertvolle Hilfe sein.   

Mӧge Gott dich für diese Tat der Nächstenliebe belohnen.  

Ich grüße dich herzlich und segne dich. 

Padre Angelo