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Frage

Lieber Padre Angelo,

zufällig bin ich auf Ihre Seite gestoßen  (ich suchte die Mp3 Version des Rosenkranzgebetes zum Herunterladen).

Ich bin positiv beeindruckt:

1) von der  “Klarheit” und Unmittelbarkeit der Seite,  unverziert, ohne nutzlose und “ermüdende” Bilder,

2) von der oben erwähnten “Essentialität”, aufgrund derer man sich auf der Seite leicht zurechtfindet,

3) diese angenehmen und nützlichen Merkmale ermöglichen eine schnelle und wirksame Onsite-Suche nach den bereits gegebenen Antworten, um das Wiederholen von Fragen / Antworten zu vermeiden.

4) Somit sind meine vielleicht nebensächlichen aber nicht banalen technischen Überlegungen abgeschlossen und ich danke Ihnen für die klaren, ausführlichen, fundierten, theologisch einwandfreien und erhellenden Antworten.  

Auch ich mӧchte mich auf das Wesentliche beschränken, daher hӧre ich hier auf, um nicht Gefahr zu laufen, mich zu wiederholen. Abgesehen davon, halte ich es für richtig, denjenigen, die sich so sehr in der Seelsorge engagieren, die Anerkennung und Dankbarkeit auszudrücken, die sich in den Lesern auslöst.

Es ist ein Beweis dafür, dass die Wege des Herrn wirklich unendlich sind und,  obwohl Internet ein bevorzugtes “Jagdgebiet” für Satan zu sein scheint, sich auch hier das Gute und die Wahrheit behaupten können.    

Ein herzliches Dankeschön an Sie und an alle Mitarbeiter des Portals… Einfach danke, dass es euch gibt…

Ich versichere euch, alle in meine Gebete einzuschließen, mit einem abschließenden Gruß, wie den vom Hl. Thomas, Euer große und unübertroffene Gründer…

In Christo Rege et Maria Regina +

Ein hingebungsvoller Leser

F. L.


Antwort des Priesters

Lieber Besucher F.L.,

1. ich danke dir, dass du unser Portal so gut geschildert hast.  

Wir haben uns entschieden, die Bezeugung deiner Wertschätzung zu veröffentlichen, weil sie nicht einfach nur unsere Charaktereigenschaften beschreibt, sondern vielmehr die des gesamten Dominikanerordens, dem wir unwürdig angehören.    

Zur Zeit haben wir mit 10 Millionen Besuchen ein unerwartetes Ergebnis erzielt und deine E-Mail bietet uns die Möglichkeit, zwei der Merkmale der Dominikanerspiritualität hervorzuheben: die Essenzialität und die Nüchternheit.

Wir Dominikaner tragen diese Eigenschaften mühelos mit uns, denn sie sind wie unser Kleid, sie sind Teil unseres Dominikanersein.  Und wenn wir im Einklang mit unserem Charisma leben, kommen diese beiden Eigenschaften immer deutlicher zum Vorschein.

Das wünschen wir vor allem uns selbst, die wir wie Neulinge auf dem dominikanischen Weg sind.

2. Deine nette Anerkennung bietet uns die Gelegenheit, unseren Besuchern diese Eigenschaft vorzustellen, vor alle denjenigen, die uns täglich oder fast täglich besuchen und die sich in gewisser Weise in unserer Spiritualität widerspiegeln, über die sie sich freuen und die, wie aus vielen Zeugnissen hervorgeht, Anlass haben, dem Herrn für den Orden des hl. Dominikus und auch für unseren kleinen Dienst zu danken.

3. Das Charisma, sich auf das Wesentliche der Dinge zu konzentrieren, hat der Hl. Thomas von Aquin, der wohl berühmte Sohn und auch Vorbild des Dominikus-Ordens, auf wahrhaft unübertreffliche Weise zum Ausdruck gebracht.

Ohne Wortschwall, fokussierte sich der Hl. Thomas immer auf das Wesentliche.

Wer lernt und sich dem Studium des Heiligen widmet, so wie die Dominikaner es tun, wird von ihm angesteckt, ohne es zu merken. 

Als Student erinnere ich mich, dass in der Schule zu jeder Frage immer auch der Grund angegeben wurde (das quia).

Und bei den Prüfungen musste man immer über das quia, das Warum also, berichten. 

Kein Wunder, dass sich diese Art und Weise zu lernen, sich auch in unserer Lebens- und Predigtform widerspiegelt. 

Ich mӧchte gern berichten,  was die dominikanische Liturgie über die Schreib- und Argumentationsweise des Hl. Thomas sagt: “Prägnanter Stil, angenehme Präsentation, tiefes, solides, leuchtendes Denken” (“stilus brevis, grata facundia; celsa, firma, clara sententia”).

4. Diese Eigenschaft wurde auch von Paul VI. in dem Brief Lumen Ecclesiae, den er anlässlich des 700. Todestages des Hl. Thomas verfasst hatte, mit diesen Worten betont: “Schließlich möchten wir noch auf einer letzten Eigenschaft hinweisen, die viel zu der ewigen Gültigkeit der Lehre des Hl. Thomas beiträgt: es handelt sich um die Qualität der klaren, nüchternen, wesentlichen Sprache, die er sich durch das Lehren, den Diskussionen und das Verfassen seiner Werken erfolgreich aneignete.  Es genügt, in diesem Zusammenhang das zu wiederholen, was wir in der alten dominikanischen Liturgie des Festes vom Hl. Thomas von Aquin lesen:  Stilus brevis, grata facundia: celsa, firma, clara sententia («Prägnanter Stil, angenehme Präsentation, tiefes, solides, leuchtendes Denken»). 

Das ist nicht der letzte Grund, warum es nützlich ist, sich an den Hl. Thomas zu wenden, in einem Zeitalter, in dem man oft eine entweder zu komplizierte und verschachtelte oder zu ungeschliffene oder gar zweideutige Sprache benutzt, sodass es schwer ist, darin den Glanz des Denkens und eine Vermittlung zwischen den Geistern erkennen zu kӧnnen, die zum Austausch und zur Gemeinschaft in der Wahrheit berufen sind.” (Lumen Ecclesiae 20). 

Normalerweise findet man unter den Dominikanern und folglich auch auf unserer Seite keine zu komplizierte, verschachtelte, zu ungeschliffene oder gar zweideutige Sprache. 

5. Nach meiner persӧnlichen Erfahrung habe ich bemerkt, dass viele Mitbrüder, während sie im Studium des Hl. Thomas fortgeschritten sind, auch in ihrer Schreibweise Fortschritte gemacht haben.  Ihr Stil ist klarer, wirkungsvoller, tiefer geworden, sodass man jetzt beim Lesen ihrer Texte eine tiefe intellektuelle Befriedigung und innerliche Freude wahrnehmen kann.     

6. Zusammen mit dem Wesentlichen der Lehre gibt es das Wesentliche im Leben, das heißt, in tiefer Einheit mit Gott, Seinem Gebet und den Ereignissen Seines Lebens zu leben.  

Aus dieser Tiefe oder besser gesagt aus dieser Höhe wird alles erleuchtet und es fällt einem leicht, das Wahre vom Falschen, vom Unechten, zu unterscheiden.

Es gibt nichts Besseres als die Klarheit des Gewissens, das durch die Gnade und die Vereinigung mit dem Herrn immer mehr gereinigt und erleuchtet wird, um nicht nur durch die Erkenntnis, sondern vor allem durch eine gewisse Konnaturalität zu erkennen, was zur Einheit mit Gott führt und was hingegen von woanders her kommt und der Vereinigung mit dem Herrn entgegensteht.  

Dies ist der Grund, warum der Hl. Thomas am Anfang der Summe der Theologie schreibt: “Es kann dasselbe aber in doppelter Weise betrachtet werden.  

Jemand kann nämlich urteilen auf Grund der Hinneigung.  So urteilt jener, der vollkommen eine Tugend besitzt, über alles was richtig, was gemäß jener Tugend getan werden soll.  Deshalb sagt Aristoteles: Der Tugendhafte ist das Maß und die Richtschnur der menschlichen Handlungen. 

Ferner urteilt auch jener, welcher die gehӧrige Kenntnis besitzt; wie z.B. derjenige, der die Moralwissenschaft kennt, über die Akten der betreffenden Tugend bestimmen kann, auch wenn er dieselbe nicht selber im Besitz hat.  

Die erste Art zu urteilen gehӧrt gebührt jener Weisheit, welche von Gott eingegossen wird und das ist das Donum Spiritus Sancti, die Gabe der Weisheit; von ihr sagt der Hl. Paulus:  Der geistige Mensch beurteilt alles; und Dionysios: “Hierotheus hat nicht nur die gӧttlichen Dinge gelernt, sonder auch erlitten”, d.h. erfahren.  

Die zweite Art zu urteilen aber gebührt jener Weisheit, welche durch Studium erworben wird,  obwohl ihre Prinzipien geoffenbart worden sind.” (Summa Theologiae, I, 1, 6, ad 3).   Wir kӧnnen also sagen, dass der tugendhafte Mensch nach Meinung des Hl. Thomas’ dem Gelehrten hilft, auf dem heiligen Weg zu bleiben.   Und der Gelehrte macht die Vereinigung mit Gott immer leuchtender und nährender.   

Dem Hl. Thomas wurde connatural, den Sinn seines Lebens und das Charisma des Dominikanerordens mit den berühmten Worten auszudrücken:  “Contemplari et contemplata aliis tradere”, das man so übersetzen kann: “Gott mit Herzen und Verstand vereint bleiben, und den Anderen mitteilen, was man im Herzen genießt und mit dem Verstand vertieft. ” (Somma Theologiae, II-II, 188, 6).

7. Ein weiteres Merkmal der dominikanischen Spiritualität, und das auch auf unserer Seite durchscheint,  ist die Nüchternheit.

Diese Nüchternheit wird besonders in der Liturgie erlebt, die indirekt unser ganzes Leben prägt. 

Der Hl. Dominikus entnahm die Chorfeier der Stundenliturgie und des Gottesdienstes dem kanonischen und klösterlichen Leben.  Er bewahrte sie in ihrer reinsten Tradition, in all ihrer Pracht und verlieh so dem Zusammenleben eine bleibende Feierlichkeit.   

Thierry d’Apolda, einer der ersten Historiker des Ordens, schreibt, dass „der Hl. Dominikus und seine Brüder jeden Tag die Matutin und den Gottesdienst, sowie alle anderen kanonischen Stunden sangen“.

Er fügte auch hinzu, dass der Hl. Dominikus wollte, dass der Gottesdienst und das Brevier in raschem Rhythmus gesungen werden,  breviter et succinte, (das nennt sich Nüchternheit !), um bei zu langen Feiern nicht die Hingabe zu verlieren und Zeit zu haben sich dem Studium zu widmen   (vgl. Costituzioni primitive, 1,3). 

Dies musste ohne Eile, aber mit Ernst und unter Berücksichtigung der Pausen geschehen, weil die Schӧnheit des Breviers aus den Pausen entsteht.  (“quia pulchritudo officii in pausis consistit”) (ib.).

8. Der Selige Umberto, fünfter Generalmeister des Ordens, lobte das Lied, das die dominikanische Liturgie begleitet, und sagte dazu: “es verschmelzt die Seelen in heilige Gefühle, erhӧht den Geist, vertreibt die Traurigkeit, wehrt die Dämonen ab, verwirrt die Feinde der Kirche und, indem es dem Herrn den Weg bereitet, öffnet es Ihm die Herzen und lässt Ihn seine Gnaden in ihnen ausgießen…  

Nichts kommt schließlich der pilgernden Kirche auf Erden so nah wie die Kirche des Himmels, deren Freude nie aufhӧrt” (De vita regulari, nn. 31-32).

9. Von hier kommt also die Essenzialität her, die dir aufgefallen ist und die unser Portal irgendwie von vielen anderen unterscheidet.

So wie die Schӧnheit des Mondes vom Glanz der Sonne herrührt, so stammt alles, was auf unserer Webseite zu sehen ist, nicht von uns, sondern aus einer anderen Quelle.

Ganz wohlwollend sagst du uns: “Ein herzliches Dankeschön an Sie und an alle Mitarbeiter des Portals… Einfach danke, dass es euch gibt…” 

Wir antworten dir: “Bedanke dich, gemeinsam mit uns, bei dem Herrn und der seligen Jungfrau Maria, dafür, dass sie den Dominikanerorden wollten und ihn bewahren. Auch heute gibt es noch immer viele junge Leute, die davon begeistert sind und dem Orden beitreten wollen”.

10. Danke dir, dass du uns deine kostbaren Gebete versicherst.  

Zum Schluss sagen wir auch danke, weil du dich so verabschieden wolltest, wie es der Hl. Dominikus und der unübertroffene Hl. Thomas getan hätten… 

Auf dein Ersuchen hin richten wir nun ihnen unseren gerührten Blick, auf dass sie Gott darum bitten, uns Barmherzigkeit zu gewähren, uns weiter zu behüten und zu vervollkommnen.    

Gäbe es sie nicht, würde es auch uns nicht geben.  Und als letzte ihrer unzähligen Mitbrüder, bitten wir den Hl. Dominikus und den Hl. Thomas, ihren Blick auf alle unsere Besucher zu richten, damit sie unsere Mängel ausgleichen und damit sie innerlich erleuchtet und mit der Gnade gestärkt werden. Wir sind sicher, sie werden es nicht versäumen, für alle Gnade anzurufen und sie für alle zu erlangen.  

Mit der Zusicherung unserer Gebete, segne ich dich und schicke dir eine Umarmung.  

Padre Angelo