Questo articolo è disponibile anche in: Italienisch Deutsch

Frage 

Lieber Padre Angelo,

gestern war ich mit einigen Freunden zusammen und einer von ihnen hat das Thema über die Existenz Gottes angesprochen.  Eine Freundin bezeichnet sich selbst als Atheistin, ein Freund als Agnostiker  (er fühlt sich nicht fähig zu behaupten, weder dass es Gott gibt, noch das Gegenteil). Eine andere Freundin wiederum, ist von der Existenz Gottes nicht überzeugt, obwohl sie manchmal, wenn sie in die Kirche geht, fühlt, dass es da auf der anderen Seite etwas gibt, aber sie ist sich dessen nicht sicher. 

Die Unterhaltung war für uns alle sehr interessant und das hat mir Hoffnung gegeben. Ich weiß, dass der Glaube an Jesus nicht ausschließlich durch rationales Denken erreicht werden kann, aber wie ich mehrmals im Radio von Pater Livio gehört habe, kann die Existenz eines übernatürlichen Wesens rational nachgewiesen werden. Gerade auf diesen letzten Punkt habe ich meine Überlegungen konzertiert, die ich wie folgt zusammenfassen kӧnnte:  die Materie und das Universum existieren, wer hat sie geschaffen, wenn nicht Gott?  und noch: wer hat die Gesetze, die die Materie regeln, geschrieben, wenn nicht Gott?

Am Ende des Abends ist ein jeder bei der gleichen Meinung geblieben. Also denke ich:  es stimmt wohl, dass es keinen grӧßeren Narren gibt, als den, der nicht verstehen will (da hilft Gebet und Fasten), aber es kӧnnte auch sein, dass meine rationalen Argumentationen sich als unzureichend erwiesen haben! So frage ich Sie: wie würden Sie einem Atheisten oder Unentschlossenen beweisen, dass Gott existiert?

In Erwartung Ihrer Antwort danke ich Ihnen für alles und grüße Sie

Nicola


Antwort des Priesters 

Lieber Nicola, 

ich danke dir zunächst für das Warten.

Die Frage, die du mir gestellt hast, ist eine berechtigte Frage, deren Beantwortung einiger Überlegungen bedurfte. 

1. Du bist von der Ordnung der Dinge ausgegangen, von der wunderbaren Weisheit, die alle Dinge ausmacht und regelt.

Und das war gut so.

Der Hl. Augustinus  sagte: “Aber siehe, auch Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, sagen mir allenthalben, daß ich dich lieben solle (“omnia clamant ut amem te”) hören nicht auf, allen es zu sagen, also daß sie keine Entschuldigung haben” (Rӧm 1,20) (Bekenntnisse, X,6,8).

Theophilus von Antiochien (120-185) zeigt, wie der regelmäßige Lauf der Dinge die Existenz Gottes manifestiert: „Wenn du ein Schiff siehst, das im Meer segelt und auf die Küste zusteuert, gibt es keinen Zweifel, dass darin ein Lotse sitzt, der es steuert.  Ebenso ist es notwendig, einen Gott als den Leiter aller Dinge zuzulassen, obwohl man ihn nicht mit den Augen des Fleisches sieht” (Zu Autolycum, I,15).

Auch der Hl. Thomas ist der gleichen Ansicht “Die kӧrperlichen Naturen führen zu Gott, denn  (Rӧm 1,20) «aus dem Sichtbaren wird das Unsichtbare erkannt».

Wenn sie von Gott abführen, so rührt das von denen her, die sie mißbrauchen. Deshalb sagt  (Sap 14,11): «Die Kreaturen sind zu Fallstricken geworden für die Füße der Thoren».  Dies aber selbst dass sie missbraucht werden kӧnnen, kommt daher, weil sie ein Gut in sich enthalten, wodurch sie anziehen; und dieses Gut haben sie von Gott” (Summa theologiae, I, 65,1, ad 3).

2. Der Hl. Thomas warnt jedoch “Die Kreaturen offenbaren uns Gott und verbergen Ihn uns (Kommentar zu Rӧm. 1,17).

Sie offenbaren Ihn, indem sie von Ihm  sprechen.  

Sie verbergen Ihn, weil Geschöpfe aus Materie bestehen, während Gott immateriell und reinster Geist ist.

3. Der Hl. Thomas sagt auch “jeder Mensch ist von Natur aus geeignet, Gott zu erkennen und zu lieben; und da dies in der Natur begründet ist, bleibt es allen Menschen gemeinsam” (Summa theologiae, I, 93,4).

Wie er jedoch feststellt,  “fast alle Menschen haben eine Erkenntnis Gottes, gemeinsam aber doch auch verwirrt”.

“Wenn die Menschen nämlich sehen, dass die natürlichen Dinge einen gewissen regelmäßigen Verlauf nehmen, und dass es keine Ordnung ohne Ordner gibt, erkennen die meisten die Existenz eines Ordners der von uns gesehenen Dinge.   Aber wer es ist, oder ob es nur ein Einziger ist, geht aus dieser generellen Überlegung nicht sofort hervor.  Wenn wir z.B. jemanden sehen, der sich bewegt und etwas tut, nehmen wir eine Ursache dieser Vorgänge wahr, die nicht in den anderen Dingen ist; diese Ursache nennen wir Seele, obwohl wir noch nicht wissen, was die Seele ist, ob sie ein Kӧrper ist oder wie sie diese Vorgänge erzeugt ”. (Summa contra gentiles III, 38)

Und auch eine hӧhere Erkenntnis von Ihm sagt uns notwendigerweise eher, was Er nicht ist, als was Er ist.  Wenn man die gӧttlichen in den Kreaturen verbreiteten Vollkommenheiten betrachtet, muss man sagen, dass Gott unendlich erhabener ist, als diese Vollkommenheiten, denn keiner kann etwas mitteilen, was er nicht besitzt.   

Deshalb ist Gott der Deus absconditus, der verborgene Gott.  

Die Kreaturen offenbaren Gott, und gleichzeitig verbergen sie Ihn. 

4. Zum Schluss muss man sagen, dass die rationale Schlussfolgerung der Existenz Gottes unseren Glauben nicht vermittelt, obwohl sie eine solide Grundlage unseres Glaubens ist.  

Das liegt daran, dass die rationale Erkenntnis der Existenz Gottes und einiger Seiner Vollkommenheiten  eine Erkenntnis natürlicher Ordnung ist.

Während die Erkenntnis Gottes, die wir durch den Glauben erreichen, von übernatürlicher Art ist.  Keiner kann von sich aus diese Erkenntnis erlangen, wenn nicht Gott sich offenbart und gleichzeitig den Menschen dazu ausrüstet, durch die Gabe der Gnade, an Ihn festzuhalten.

1. Du bittest mich aber um eine überzeugende Begründung. 

Nun, ich würde direkt beim Thema eurer Konversation beginnen: diese Freunde von dir haben sich mit der Gottesvorstellung auseinandergesetzt.

2. Natürlich reicht es nicht, zu sagen, dass Gott nicht existiert, um das Problem zu lӧsen.

Es ist ein Problem, das ständig in unserem Bewusstsein auftaucht: wir werden durch die Ereignisse des Lebens, durch die Fragen, die wir uns stellen, durch die Dinge, die wir sehen und lernen, dazu angeregt.  

Ich bin mir sicher, dass diese Freunde von dir sich mit dem Problem oft auseinandergesetzt haben!

Und was diesen Freunden von dir passiert, ist schon immer vorgekommen. Es ist seit jeher das Problem aller.

3. Diese Freunde von dir stellen sich das Problem, weil sie eine intellektuelle und existenzielle Unruhe verspüren. 

Sie haben das Bedürfnis, sich diese Fragen zu stellen.  

Die Denker (Philosophen) aller Zeiten konnten sich ihnen nicht entziehen. Dies sind universelle und grundlegende Fragen und verbergen die Unruhe des Menschen.

4. Diese Unruhe wird auch durch das Erreichen ihrer Ziele nicht gelindert, denn viele Menschen erreichen durchaus große Ziele in Wissenschaft, Kunst, Liebe …

Aber die Unruhe und die zugrunde liegenden Fragen bleiben.   

Andere wiederum, setzen sich Reichtum, Macht und Ehre zum Ziel… Aber die existenzielle Unruhe bleibt. Man kann sie zwar für einige Zeit unterdrücken, aber dann taucht sie wieder auf.

Ich bin mir sicher, dass deine Freunde das Ganze nicht mit dem „Gute Nacht“ Gruß erledigt haben, den ihr euch am Ende des Treffens ausgetauscht habt.

Sie werden noch mehrmals zu dem Thema zurückkommen, so wie sie es bisher getan haben, und fragen: gibt es Gott wirklich?

5. Glaubst du also nicht, dass sich hinter all diesen Fragen, die immer wieder neu auftauchen, ein anziehender Magnet verbirgt?

Warum stellen sich alle Menschen ständig diese Frage?

Ist dies ein Scherz oder eine Verhöhnung der Natur, die in allem anderen so perfekt erscheint, wie die Wissenschaftler behaupten?

Könnte hinter allem nicht Er sein, von dem der Hl. Augustinus sagte: „Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir” (Bekenntnisse, I,1) ?

Ob es nicht dieser Gott ist, der anklopft, der ruft, uns wachrüttelt, uns dazu aufruft, Ihm unser Herz zu öffnen, damit Er aus unserem Leben etwas Großartiges machen kann, das ewig währt?

Es kann wohl kaum ein Zufall sein.  Es ist ein zu universelles,  unabdingbares  Gesetz.

Abgesehen von unserer Argumentation und Fragen, die aufkommen, gibt es Gott, der schon lange die Sehnsucht nach Ihm in unser Herz gelegt hat.  

An dieser Stelle fällt mir ein, was Alessandro Manzoni in seinem Zeugnis über sich selbst erzählt, als er, bei der Begegnung zwischen dem Ungenannten und Kardinal Federigo, von seiner Mühe und seiner Bekehrung schreibt. Es ist eine der schӧnsten Seiten des Meisterwerks von Manzoni,  “Die Brautleute” (kap.. XXIII).

Es lohnt sich, das Ganze noch einmal zu lesen. Es ist für jeden gut, für diejenigen, die Gott bereits begegnet sind, und für diejenigen, die Ihm noch nicht begegnet sind. 

Es sei gesagt, dass ich auf keiner Weise die negativen Aspekte des Ungenannten mit dem Leben deiner Freunde, die ich schätze und respektiere, vergleichen will.   

Wie also?« nahm der Kardinal noch herzlicher das Wort, »Sie haben mir eine gute Nachricht mitzuteilen und lassen mich so lange darauf warten?«

»Eine gute Nachricht! Ich? Ich trage die Hölle im Herzen und soll Ihnen eine gute Nachricht mitteilen? Sagen Sie mir, wenn Sie es wissen, wie lautet eine gute Nachricht, welche von meinesgleichen sich erwarten läßt?«

»Daß Gott Ihnen das Herz gerührt hat und gnädig Sie zu dem Seinen machen will,« antwortete sanftsinnig der Kardinal.

»Gott! Gott! Gott! Wenn ich ihn sähe! Wenn ich ihn hörte! Wo ist dieser Gott

«Sie fragen mich danach? Sie?  Wem ist er näher als Ihnen?

Fühlen Sie ihn nicht in diesem Herzen, welches er erdrückt, bewegt und nicht ruhen läßt, während er zu gleicher Zeit es anzieht und die Hoffnung der Ruhe, des Trostes leise darin wachsen läßt? O, dieser Trost wird unversieglich, wird unermeßlich Sie laben, sobald Sie den Herrn erkennen, seine Weltherrschaft gestehen und um seine Gnade ihn bitten

«Ha, wahrlich, etwas ist da, das mich erwürgt, das mich zernagt! Aber Gott! Wenn dieser Gott vorhanden ist, wenn er derjenige ist, den man predigt, was soll er mit mir anfangen?«

Der Ausdruck der Verzweiflung begleitete diese Worte. Der Kardinal aber entgegnete mit feierlichem Tone, wie von sanftem Himmelshauche begeistert: 

»Was Gott mit Ihnen anfangen soll? Sie sollen ein Zeichen seiner Macht wie seiner Güte sein, sollen einen Ruhm ihm gewähren, den kein zweiter so leicht ihm gewähren könnte.

Und Sie fragen, was er mit Ihnen beginnen kann? Wer bin ich armer Mensch, um Ihnen jetzt schon sagen zu wollen, zu welch einem nutzenreichen Zwecke solch ein König Sie bestimmt? Was er aus diesem ungestümen Willen, aus dieser unerschütterlichen Beharrlichkeit zu machen gedenkt, sobald er sie mit Liebe, mit Hoffnung und Reue beseelt und entflammt hat? Und wer sind Sie, armer Mensch, daß Sie in Gottes Welt ein größeres Übel zu verursachen glaubten, als er durch Sie selbst zum Guten verwandeln kann? – Und Ihnen verzeihen? Ihr besseres Selbst retten, das Werk der Erlösung in Ihnen vollenden, sind das nicht hochherrliche Dinge, eines solchen Gottes würdig? 

O bedenken Sie, wenn ich unbedeutender Mensch, ein elender Wurm der Erde, und dennoch von mir selbst so erfüllt, wenn ich mich so eifervoll um Ihr Heil bemühe, daß ich mit Freuden – Er droben ist mein Zeuge! – die wenigen Tage, die mir hienieden noch bleiben, dafür hingeben würde, bedenken Sie, wie unbeschreiblich die Menschenliebe desjenigen sein muß, der mich mit so unvollkommener, aber doch so lebhafter Begeisterung erfüllt; wie liebt er Sie, wie wohl will er Ihnen, der mir eine so hinreißende Neigung zu Ihnen in die Brust pflanzt!«

»Großer, guter Gott!« rief der Bischof, indem er Augen und Hände zum Himmel empor hob, »welche Verdienste hab‘ ich, ich unnützer Knecht, ich träumerischer Hirt deiner Herde, daß du mich zu diesem Feste der Gnade berufen, mich würdig erachtest, zu einem so freudigen Wunder meinen Beistand zu leihen!« 

Bei diesen Worten streckte er die Hand aus und suchte die Hand des Ungenannten zu fassen.

»Nein!« rief dieser und trat zurück; »nein, fort, fort von mir! Besudeln Sie diese schuldlose, wohltatspendende Hand nicht. Diese hier, die Sie drücken wollen, Sie wissen nicht, was sie alles getan hat!«

»Laßt,« sagte Borromeo und ergriff sie mit liebevoller Heftigkeit, »laßt sie mich drücken – eine teure Hand! Sie wird so viele schlimme Taten wieder gutmachen, so vielen Segen spenden, so viele Betrübte emporrichten, so vielen Feinden entwaffnet, friedensuchend, herablassend sich hinstrecken.«

»Zuviel!« rief schluchzend der Ungenannte. »Lassen Sie mich! Ein zahlreich versammeltes Volk erwartet Sie, so viele gute Seelen, so viele Unschuldige, so weit hergekommen, Sie einmal zu sehen und zu hören, und Sie halten sich indes auf – bei wem?«

»Lassen wir die neunundneunzig Schafe,« antwortete der Kardinal, »sie weiden sicher auf dem Berge; ich will jetzt bei dem Einen bleiben, das verirrt war. Jene Seelen sind jetzt vielleicht zufriedener, als wenn sie diesen armen Bischof sähen. Gott, der das Wunder seiner Barmherzigkeit in Ihnen gewirkt hat, erfüllt sie vielleicht jetzt mit einer Freude, deren Ursache sie noch nicht ahnen. Diese Volksmenge ist vielleicht, ohne es zu wissen, mit uns hier vereinigt; vielleicht erweckt der heilige Geist in dem Herzen dieser Menschen eine Inbrunst des Erbarmens, ein Gebet, das er für Sie erhört, eine Danksagung, deren noch unbekannter Gegenstand Sie sind.« 

Während er so sprach, legte er die Arme um den Hals des Ungenannten. Dieser versuchte, sich der Umarmung zu entziehen, widerstand einen Augenblick, gab aber endlich, vom Ungestüm einer solchen Liebe besiegt, nach, umschlang gleichfalls den Kardinal und drückte sein zitterndes verwandeltes Gesicht an den Busen seines erhabenen Überwinders. Seine heißen Tränen rollten auf den unbefleckten Purpur des Kirchenhirten herab, während das unschuldige Händepaar leidenschaftlich den großen Verbrecher umfing und zärtlich die Arme berührte, die gewohnt waren, die Waffen der Gewalttätigkeit und des Verrates zu tragen. 

Indem sich der Ungenannte sanft aus der Umarmung losmachte, bedeckte er sich von neuem die Augen mit den Händen und das Gesicht erhebend rief er aus: »Wahrhaft großer Gott! wahrhaft guter Gott! ich erkenne mich jetzt, ich begreife, wer ich bin; meine Freveltaten stehen vor mir, ich verabscheue mich selbst; und dennoch ….! dennoch empfinde ich eine Erleichterung, eine Freude, ja eine Freude, wie ich sie noch niemals mein ganzes entsetzliches Leben hindurch empfunden habe!«

Lieber Nicola, an dieser Stelle wäre ich nun gern der Kardinal Federigo deiner Freunde.

Ich versichere dir jedenfalls, dass ich besonders in der Messfeier beten werde, dass sie einem wie ihm begegnen, einem wahren Menschen Gottes, der sie durch sich selbst und die heiligende Gegenwart Gottes in ihm, erobert, anstatt mit Überzeugungsversuchen.

 1. Lieber Nicola, hier nun aber ein paar philosophische Überlegungen.   

Mich hat immer die knappe und klare Argumentation, die ich dir hier wiedergebe, rationell von der Existenz Gottes überzeugt (sie entspricht dem dritten Weg vom Hl. Thomas von Aquin).

2. Ich gehe von der folgenden Aussage aus und beweise sie:

Wenn etwas existiert, existiert Gott.

Wie du siehst, ist der Ausgangspunkt des Beweises so einfach und universell wie nur möglich. Es genügt, dass etwas da ist: Materielles oder Spirituelles, Objekte oder Menschen; ein einfaches Atom oder ein einfacher Gedanke genügen, auch wenn ich nichts genaueres dazu angeben kann.

Wenn es etwas gibt (auf Latein wird es quid genannt), dann gibt es auch Gott.

Nun, dieses quid ist entweder notwendig oder kontingent.

Notwendig ist das Etwas, das es gibt, also existieren muss.  

Kontingent ist das Etwas, das es zwar gibt, aber es muss nicht unbedingt existieren.

Wenn nun also dieses existierende quid notwendig ist, dann ist es sicherlich Gott.

Aber wenn es kontingent ist, verweist es auf etwas Anderes, das Notwendige. Das Kontingente hat nämlich aufgrund seiner Natur den Grund seiner Existenz nicht in sich.  Es ist nicht das letzte Fundament seiner selbst, ansonsten wäre es nicht möglich, dass es nicht existiere: es würde immer von sich heraus existieren.

Aber wenn es existiert, ohne selbst der ultimative Grund seiner selbst zu sein, muss dieser Grund ein anderer sein: das „nicht Kontingente“, das Notwendige.

3. Paul VI. sagte: “Um zur Gewissheit dieser erhabenen und souveränen Existenz zu gelangen, genügt es, gut zu denken” (12.6.1968). 

“Geben wir der Vernunft ihre Linie, ihre natürliche Bewegung, ihre Kraft, ihre Ernsthaftigkeit, ihre volle und überlegene Funktion; und sie wird uns zu dieser reflektierten Erkenntnis Gottes führen, von der der Hl. Paulus spricht: von den sichtbaren Dingen kann man eine gewisse, sichere Erkenntnis des unsichtbaren Gottes erlangen” (2.9.1970). 

Anhand der Leistungen der Astronauten, fasst Paul VI den Weg der menschlichen Vernunft von den Dingen hin bis zu Gott so zusammen:

“Wenn wir uns bemühen, in das immer wunderbarere Bild des Universums,  das die Wissenschaft uns vorstellt, und in ihr metaphysisches Geheimnis hinein zu lesen und wenn wir etwas, von dem was sie sind, zu verstehen versuchen, verstehen wir eine himmelschreiende Wahrheit: die Dinge haben ihre Ursache nicht in sich selbst. Warum gibt es sie also? Warum sind sie so groß, so geordnet, so schӧn und so geeint?… In einem Zeitalter des wissenschaftlichen Triumphs führt uns heute eine natürliche Offenbarung zurück zur Quelle von allem, zum notwendigen Einen, zum Schöpferprinzip, zum Lebendigen Gott” (21.5.1969).

Des Weiteren: “Es gibt einen Kosmos, draußen, vor und nach dem Menschen.

Der Mensch ist nicht der Anfang der Welt.

Unsere Wissenschaft produziert keine Dinge.

Wenn dieser Kosmos existiert, durchzogen von Linien einer mysteriösen Ordnung, so erfüllt von einem nicht eigenen Gedanken, sondern einer durchdrungenen, reflektierten, aktiven, entzifferbaren, erkennbaren und nutzbaren Ordnung, bedeutet dies, dass dieser Kosmos von einem transzendenten Prinzip und schӧpferischen Geist erzeugt wird” (16.7.1969).

Lieber Nicola, das ist alles, was ich geschafft habe, niederzuschreiben.  

Aber ich freue mich, wenn unsere Besucher eingreifen wollen, etwa indem sie erzählen, wie sie die Existenz Gottes entdeckt und Ihn später erkannt haben.  

Ich versichere auch dir mein Gebet, damit Gott dich beim Sprechen und Überzeugen unterstützt.  Und vor allem, damit Er deine Worte durch die Wirkung der Gnade begleitet.  So wie Er eines Tages Lidias Herz geӧffnet hat, damit sie der Lehre des Hl. Paulus zuhӧrt  (Apg 16,14).  Mӧge Er mit der gleichen Kraft das Herz deiner Freunde ӧffnen. 

Sie können von Gott große Dinge erwarten, die für alle Ewigkeit bestehen werden.   

Und wir werden nicht mehr aufhӧren, Ihn für die wunderbaren Werke zu loben, die Er in ihnen und durch sie geleistet hat.

Ich segne dich

Padre Angelo