Frage
Lieber Pater Angelo,
ich bin 40 Jahre alt und als nationaler Animator der Päpstlichen Missionswerke tätig.
Ein Erstkommunionkind, mit dem im Katechismusunterricht über die Heiligste Dreifaltigkeit gesprochen wurde, fragte: „Die Menschen sagen, dass Gott existiert, und ich glaube das auch. Aber wie können die Menschen sagen, dass Gott existiert, wenn sie ihn nicht sehen?“
Meine Frage: Wie könnte ein Katechet oder allgemein jemand, der in der katholischen Religion bewandert ist, diesen Zweifel klären?
In Erwartung Ihrer Antwort, versichere ich Ihnen mein Gedenken im Gebet.
Giorgio G.
Antwort des Priesters
Lieber Giorgio,
die Frage, die du mir stellst, habe ich schon öfter gehört, wenn auch anders formuliert: Wenn Gott sich zeigen würde, wäre es für die Menschen leichter zu glauben!
- Die Antwort ist einfach: Wenn Gott sich zeigen würde, müsste er eine materielle Gestalt annehmen. Und da Gott unendlich ist, müsste er alles umfassen!
- Außerdem: Zum Glück zeigt sich Gott nicht, sonst wäre er wie einer von uns. Wenn er sich zeigen würde, wäre er hier und nicht wo er ist. Und dann wäre er wiederum nicht mehr grenzenlos und unendlich. Und somit wäre er nicht Gott.
- Aber um genauer zu sein: Gott hat sich gezeigt, indem er eine menschliche Natur angenommen hat – in Jesus Christus, in dem die Gottheit, obwohl sie unsichtbar blieb, durch viele Zeichen bezeugt wurde.
- Wie kann man einem Kind erklären, dass Gott existiert?
Das ist ziemlich einfach.
Du kannst ihm sagen: Wenn es ein Haus gibt, bedeutet das, dass es jemand gebaut hat.
Wenn es ein Gemälde gibt, bedeutet das, dass es jemand gemalt hat.
Wenn es einen Zug gibt, bedeutet das, dass ihn jemand konstruiert hat.
Nun, auch diese Welt, so wunderbar in ihrer Vollkommenheit und den Gesetzen, die sie bestimmen, ist nicht von selbst entstanden. Sie konnte sich nicht selbst erschaffen.
Außerdem wird dieser Welt nach Aussage der Wissenschaftler ein bestimmtes Alter zugeschrieben.
Wie hätte sie sich also selbst erschaffen können?
Diese Welt hat einen Urheber, und dieser ist niemand anders als Gott.
Der heilige Paulus führt letztlich denselben Grund an, wenn er schreibt: “Denn es ist ihnen offenbar, was man von Gott erkennen kann; Gott hat es ihnen offenbart. Seit Erschaffung der Welt wird nämlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit” (Rm 1,19-20).
Und noch vor ihm hatte der Verfasser des Buches der Weisheit, vom Heiligen Geist bewegt, gesagt:
„Ohne Verstand waren von Natur aus alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Aus den sichtbaren Gütern vermochten sie nicht den Seienden zu erkennen. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht“ (Weish 13,1),
„wenn sie durch ihren Verstand schon fähig waren, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den Gebieter von alldem?“ (Weish 13,9).
Ich danke dir für deine Frage, wünsche dir alles Gute für deinen Einsatz in den Missionswerken, begleite dich im Gebet und segne dich.
Pater Angelo
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