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Frage

Danke Padre Angelo,

nun ist mir die Bedeutung der Botschaft aus dem Johannesevangelium, in Bezug auf Fleisch und Blut klar, aber Ihre Antwort zum Thema rettender Glaube, der dem geistlichen Glauben entspricht und ein Geschenk Gottes ist, hat mir noch eine Frage aufgeworfen: wenn es Gott ist, der entscheidet, wem den Glauben schenken, führt das nicht zu Diskriminierung zwischen den Auserwählten und denen, die ohne Glauben bleiben? Sollte es nicht eine freie Entscheidung des Menschen sein, zu glauben oder nicht zu glauben?

Im Evangelium sagt Jesus, dass er auf die Erde gekommen ist, um alle Menschen zu retten und denen, die an ihn glauben, die Macht zu geben, Kinder Gottes zu werden.

Ich dachte, es gäbe zwei Arten von Glauben, den Glauben der Christen, die nach den Geboten Jesu leben, und den Glauben derer, die von Gott berufen sind, besondere Missionen zu erfüllen, d.h. diejenigen, die den „Ruf“ von Gott empfangen, die Berufung, ihr Leben Jesus zu widmen, wie es den von Jesus auserwählten Aposteln, den Heiligen, oder den Klosterschwestern geschah.

Kurzum, ich brauche noch Ihre Hilfe, um dieses Thema, das mir am Herzen liegt, zu vertiefen!

Vielen Dank und liebe Grüße

Silvana


Antwort des Priesters

Liebe Silvana,

ich behandle drei Punkte deiner E-Mail, die einer Klärung bedürfen.

1. Erstens: Du sagst: wenn es Gott ist, der entscheidet, wem der Glaube geschenkt wird, entsteht Diskriminierung.

Wenn Gott das täte, hättest du Recht.

Aber Gott selbst hat uns durch die Heilige Schrift gesagt, dass er alle Menschen retten will.

Hier die genaue Bibelstelle “er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen” (1 Tim 2,4).

Wenn Gott also alle Menschen in den Himmel bringen will, muss er jedem die Möglichkeit geben, dort eintreten zu können.

Das erste Mittel ist der Glaube, wie er selbst noch einmal in der Heiligen Schrift sagte: “Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer hinzutreten will zu Gott, muss glauben, dass er ist und dass er die, die ihn suchen, belohnen wird” (Hebr 11,6).

Deshalb bietet Gott allen Menschen die Gabe des Glaubens an. Es gibt keine Diskriminierung.

Er möchte, dass alle Menschen durch Seine Gnade das werden, was Christus von Natur aus ist, das heißt Kinder Gottes, Teilhaber Seines Lebens und in vollkommener Gemeinschaft mit Ihm.

2. Zweitens: Da das Heil, wie gesagt, in der Teilnahme am übernatürlichen Leben Gottes besteht, müssen auch die Mittel, die uns dazu führen, übernatürlicher Art sein.

Der Glaube, der das erste davon ist, erlaubt es uns, mit den Augen Gottes zu sehen.

Nun kann niemand mit den Augen Gottes sehen, wenn Gott es ihm nicht gewährt, weil es ein Blick von übernatürlicher Art ist, der über die menschliche Fähigkeit hinausgeht.

Niemand kann dies von sich selbst tun.  Es ist Gottes Eingreifen erforderlich.

Jesus sagte klar und deutlich: “ Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht;” (Joh 6,44).

Da Gott nun jeden anziehen möchte, bietet er jedem seine Gabe an.

Nur in diesem Sinne ist der Glaube als Geschenk Gottes zu verstehen und nicht, weil Gott ihn manchen anbietet und anderen nicht.

Der Grund, warum manche diese Gabe nicht haben, ist in der Heiligen Schrift zu finden: ”Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf”          (Joh 1,11).

Warum sie ihn nicht aufgenommen haben? “Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden” (Joh 3,19-20).

Wenn jemand also nicht gerettet wird, dann nur, weil er die Erlösung abgelehnt hat.

3. Drittens: Was du über die beiden Glaubensarten sagst, gilt hingegen für die verschiedenen Arten der Berufung: neben der allgemeinen Berufung des Christen, der berufen ist, ein Sohn Gottes und daher immer mehr wie Jesus Christus zu werden, gibt es die Berufung derer, die dazu berufen sind, Jesus Christus als guter Hirte nachzuahmen, was den Priestern zusteht.

Oder es gibt die Berufung derer, die dazu berufen sind, ohne Ablenkung mit dem Herrn vereint zu sein, damit Jesus Christus der vollkommene und einzige Bräutigam ihrer Seele sein kann. Die Rede ist in diesem Fall von gottgeweihten Personen wie es beispielsweise Ordensschwestern, Nonnen und Pater sind.

Aber es gibt nur einen rettenden Glauben: den, von dem ich dir weiter oben erzählt habe.

Man spricht von rettendem Glauben, weil es kein leeres Wort ist, sondern von Nächstenliebe, das heißt, von guten Werken, begleitet wird. Mit anderen Worten, es ist der Glaube derer, die in Gottes Gnade leben.

Ich wünsche dir noch weiterhin schöne Weihnachtsfeiertage, segne dich und gedenke dich im Gebet.

Padre Angelo