Frage
Hallo Pater,
ich bin Massimo aus V. und wollte Ihnen eine Frage stellen: Es gibt die Madonna von Lourdes, von Fatima, von Loreto usw. …
Aber ich verstehe nicht: Ist die Muttergottes denn nicht immer dieselbe?
Danke und schöne Feiertage.
Antwort des Priesters
Lieber Massimo,
- Jeder weiß, dass es nur eine einzige Muttergottes gibt: Maria, die Mutter Jesu und auch unsere Mutter in der Ordnung der Gnade.
Gerade weil sie unsere Mutter ist, begleitet sie den Weg ihrer Kinder.
Und nach göttlichem Willen zeigt sie im Lauf der Jahrhunderte ihre Fürsorge für uns, indem sie hier oder dort erscheint und überall eine Welle der Andacht, eine Erneuerung des Glaubens und religiöse Praxis hervorruft.
Ihre Erscheinungen sind in der Regel mit einer Botschaft verbunden, die dem Evangelium nichts Neues hinzufügt, sondern jeweils einen bestimmten Aspekt der Lehre Jesu hervorhebt.
Auf verschiedene Weise wiederholt sie dabei immer wieder aufs Neue ihre letzten Worte, die im Evangelium überliefert sind:
„Tut alles, was Er euch sagen wird“. - Wenn man von der Madonna von Lourdes, von Fatima oder von Loreto spricht, bezieht man sich einfach auf die Botschaft, die an diesen Orten vermittelt wurde.
Genau genommen müsste man eigentlich sagen:
„die Madonna, die in Lourdes erschienen ist“,
„die Madonna, die in Fatima erschienen ist“ …
Aber in verkürzter Form sagt man eben „die Madonna von Lourdes“ usw.… - In Lourdes erschien sie zum Beispiel mit dem Rosenkranz in der Hand.
Bei den ersten beiden Erscheinungen sagte sie kein einziges Wort, und doch sprach sie durch ihre Haltung.
Es war eine Einladung zum Gebet, besonders zum Gebet des Heiligen Rosenkranzes.
Sie bat auch darum, dorthin zu kommen, indem sie sagte:
„Kommt hierher, und ich werde euch glücklich machen. Ich verspreche euch nicht, euch in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der anderen“.
Mit anderen Worten: Sie rief dazu auf, sich auf den Weg zu machen und eine Pilgerreise zu unternehmen.
Eine Pilgerreise ist immer voller wertvoller Bedeutungen für unser Leben und wird stets von besonderen Gnaden begleitet, die den christlichen Glauben, die religiöse Praxis und die Tugenden stärken.
Besonders bat sie darum, die Kranken dorthin zu bringen: Einige wurden körperlich geheilt, andere innerlich und seelisch.
Außerdem rief sie zur Buße für die Bekehrung der Sünder auf. - Auch in Fátima erschien die Muttergottes stets mit dem Rosenkranz in der Hand und lud ausdrücklich dazu ein, jeden Tag dieses Gebet zu beten.
Wie in Lourdes rief sie – sogar noch eindringlicher – zur Buße auf. Sie fragte jene drei Kinder, ob sie bereit seien, sich Gott als Opfer darzubringen und alles anzunehmen, was Er ihnen zur Bekehrung der Sünder senden würde.
Sie erschien in einem ganz bestimmten historischen Moment, nämlich während des Ersten Weltkriegs, und bat darum, mit dem Heiligen Rosenkranz für den Frieden zu beten. Sie wollte den Rosenkranz mit dem Frieden verbinden: dem Frieden unseres Gewissens mit Gott, dem Frieden innerhalb der Familie und dem Frieden zwischen den Völkern. - In Loreto wird das Haus aufbewahrt, in dem die Muttergottes gelebt hat.
Der Herr wollte dieses Haus unversehrt bewahren, geheiligt durch die Gegenwart Mariens. Die Kirche verehrt es als unversehrt und rein bewahrtes Haus (vgl. die Antiphon Inviolata et intacta es Maria).
Er hat dieses einfache Haus erhalten – genauso wie die Häuser der armen Menschen jener Gegend –, um die Menschen daran zu erinnern, was Gott wohlgefällig ist: die Loslösung von den Größen und dem Reichtum dieser Welt, um nach dem wahren Reichtum zu streben, nämlich nach Gott.
In Loreto lernt man, auf den göttlichen Ruf so zu antworten, wie Maria geantwortet hat.
Dort werden viele Exorzismen durchgeführt – als Zeichen der Unvereinbarkeit zwischen der Gegenwart Mariens und der des Dämons:
„Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau“ (Gen 3,15). - Wie viele Lehren gehen doch von den Marienheiligtümern aus!
Überall hat die Muttergottes etwas zu sagen. Nicht um dem Evangelium etwas Neues hinzuzufügen, sondern um wichtige Wahrheiten in Erinnerung zu rufen, die vielleicht etwas in Vergessenheit geraten sind.
Mit den besten Wünschen segne ich dich und gedenke deiner im Gebet.
Pater Angelo
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