Questo articolo è disponibile anche in: Italienisch Deutsch

Frage

Lieber Pater Angelo,

mein Opa war noch nie gläubig. Er hat den christlichen Glauben trotz der Versuche meines Vaters immer abgelehnt und sich selbst als „Freidenker“ bezeichnet (einer, der selbst entscheidet, was richtig ist, der keinen Gott braucht). Diese Haltung hat mich immer beunruhigt und das tut es immer mehr, weil er älter und immer „zerstreuter“ wird (auch deshalb wird die Bekehrung immer schwieriger). Ich bete oft für ihn, aber es scheint nicht genug zu sein, und ich bin sehr betrübt bei dem Gedanken, dass er nach seinem Tod in die Hölle kommen könnte. Außerdem kann ich ihn auch nicht direkt darauf ansprechen, zum einen, weil ich seine mögliche Reaktion nicht kenne, nachdem mein Vater bereits mehrmals mit ihm das Thema angesprochen hat, zum anderen, weil er immer weniger klar im Kopf und charakterlich sehr zurückhaltend ist. Die Leute sagen, dass er als guter Mensch, der er ist, doch bestimmt in den Himmel kommen wird, aber diese Bemerkungen sind für mich kein Trost. Ich denke anders: ich bin mir bewusst, dass es wesentlich mehr bedarf, um sich zu retten!

Der Gedanke, dass jemand, den ich liebe, in die Hölle kommt, ist für mich unerträglich und ich möchte dies um jeden Preis verhindern. Wenn mein Opa nun sterben würde, würde mich die Ungewissheit seiner Errettung verzweifeln lassen!

Was raten Sie mir? Gibt es ein Gebet, eine Novene oder eine andere besondere Praxis, die für diesen Fall geeignet ist?

Und kann ich irgendwie, im Laufe der Zeit, Aufschluss darüber bekommen, oder werde ich erst am Ende meiner Tage erfahren, ob er (und im Allgemeinen, all meine Angehörigen) gerettet wurde?

Ganz herzlichen Dank!


Antwort des Priesters

Liebe Besucherin,


1. deine Sorgen sind durchaus berechtigt.

Es reicht nicht aus, eine ehrliche Person zu sein, um in den Himmel zu kommen. Man muss im Stand der Gnade sein.

Es gibt viele Menschen, die ehrlich sind, aber sonntags nicht zur Messe gehen.

Es gibt viele junge Menschen, die ehrlich sind, aber voreheliche Beziehungen haben. 

Das Kriterium für die ewige Errettung ist also nicht die Ehrlichkeit (die übrigens äußerst wertvoll und für die Errettung unersetzlich ist), sondern der Stand der Gnade.

2. Die Notwendigkeit der Gnade wurde von Christus implizit in Erinnerung gerufen, als Er sagte: “Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen” (Joh 3,5).

In den Himmel einzutreten bedeutet, der übernatürlichen Ordnung beizutreten, und dafür ist es notwendig, durch die Gnade entsprechend erhöht zu werden.

3. Ich rate dir, jeden Tag den Barmherzigkeitsrosenkranz zu beten, den der Herr der Heiligen Faustina Kowalska gelehrt hat. Jesus selbst hat versprochen, sich zwischen dem Sterbenden und dem Vater zu stellen, damit ihm die Gnade der Reue zuteil werde, bevor er vor den Richterstuhl Gottes tritt. 

Du könntest dich ab sofort dazu verpflichten. 

Auch dir würden dadurch viele Gnaden zuteil kommen.

4. Dieser Praxis kannst du viele andere anschließen, wie zum Beispiel kurzes Fasten, das Rosenkranzgebet, das Feiern von Messen und den Empfang der Heiligen Kommunion zur Bekehrung des Großvaters. Wenn du dich so verhältst, ist nicht auszuschließen, dass der Herr dir früher oder später ein Zeichen für die Errettung deines Großvaters oder eines anderen geliebten Menschen geben wird.

Gerne schließe ich mich deinem Gebet an. 

Vom Himmel aus wird dir dein Großvater sehr dankbar sein. 

Ich grüße dich, versichere dir mein Gebet und segne dich.

Pater Angelo