Lieber Pater Angelo,

ich bin … Jahre alt, unverheiratet, wohne mit meinem Vater, bete die Brigitta Gebete der 12 Jahren und bin jetzt beim siebten Jahr angekommen. Ich empfange die Sakramente, nehme an der sonntäglichen Messe teil, bete täglich den heiligen Rosenkranz, beichte alle 15 Tage.

Meine Beichtgeständnisse betreffen zumeist die Selbstbefriedigung, die ich versuche allmählich zu bekämpfen. Trotz dieser Schwäche, die ich hoffe, für immer auszurotten, frage ich mich, ob der Herr seinen Verheißungen für diejenigen, die diese Gebete sprechen, nachkommen wird?

Sollte ich in Zukunft in dieselbe Sünden zurückfallen, kann ich dann noch hoffen, dass der Herr mir die Gnaden gewährt, die Er jedem, der diese Gebete betet, versprochen hat?

Ich danke Ihnen, Pater Angelo


Mein Lieber,

1.Mach weiter mit dem Beten und Rezitieren dieser Gebete. Sie sind schön und erwecken den Glaubenseifer.

Der Herr erhört immer unsere Gebete.

Sollten sie uns nicht nützen, das Fegefeuer zu vermeiden, ist doch zu hoffen, dass wir zumindest der Hölle entkommen.

2. Das Fegefeuer vollkommen zu vermeiden, hängt jedoch nicht so sehr von den Gebeten ab, sondern eher vom Grad der Reue unserer Sünden und dem heiligen Leben, das wir führen.

Sicherlich helfen Gebete, aufrichtige Reue zu bewirken und unseren Lebensweg immer mehr zu begradigen. Aber allein reichen sie nicht aus. Man kann beten und zur Messe gehen und trotzdem in Todsünde verharren.

3. Gewiss könnte der Herr einer Person, die immer zwischen einem Leben in Gnade und schwerer Sünde schwankt, aufgrund der, mit Treue durchgeführten Gebete, am Ende des Lebens, die Gnade einer vollkommenen oder sogar außerordentlich vollkommenen Reue gewähren.

Das können wir nur hoffen. 

Wir sind uns aber nicht sicher.

4. Die hl. Bernadette Soubirous sagte, dass unter den ersten Worten, die Unsere Liebe Frau in ihren Erscheinungen in Lourdes aussprach, auch folgende sind: “Kommt hierher und ich werde euch glücklich machen. Allerdings verspreche ich euch nicht in dieser Welt, sondern in der anderen, glücklich zu machen

Denen, die ihr sagten: „Ich kann deine Angst nicht verstehen. Du bist dir deines Schicksals ja sicher “, antwortete sie:„ Nicht so sicher “.

Und dann fügte sie hinzu: “Ein einziger Gedanke des Stolzes würde ausreichen …”.

5. Einem gewissen Pater, der sie an das Glücksversprechen der Jungfrau von Massabielle erinnerte, antwortete sie: “Ja, aber unter der Bedingung, dass ich tue, was ich tun muss”            (R. Laurentin, Das Leben der Bernadette).

Bernadettes letzter Beichtvater, Pater Febvre, bestätigt: “Sie warf sich oft vor … Gott nicht in dem Maße zu erwidern, in dem sie die Gnaden empfangen hatte.

Sie bat ihre Kameradinnen, für sie zu beten.

Ich habe Angst, sagte sie. Ich habe so viele Gnaden empfangen und habe sie so wenig genutzt.

Ich fürchte, sie nicht erwidert zu haben”.

6. Bitte daher in deinen Gebeten auch immer um die Gnade einer aufrichtigen Bekehrung. 

Wiederhole oft die letzten Worte des Te Deum: “In Te, Domine, speravi. Non confundar in aeternum” (“Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden).

Ich wünsche dir alles Beste, schließe dich in mein Gebet ein und segne dich.

Pater Angelo

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