Frage
Guten Tag Pater Bellon,
ich verfolge schon länger Ihre schӧne Webseite und habe bemerkt, dass sich heutzutage viele völlig daneben benehmen, was das Thema Sexualität anbelangt.
Vielleicht sollte uns einmal bewusst werden, dass das Leben nicht nur aus solchen Sachen besteht?!
Spielt denn die Welt verrückt???
Heutzutage beobachtet man immer öfters vulgäres Verhalten auf der Straße.
Wo kommen wir denn da hin?
Ist denn das oberste Ziel unseres Lebens die Fleischeslust geworden?
Die Welt war schon immer so aber mittlerweile gibt es auch in den Kirchen eine OBSZÖNE Freizügigkeit. Am vergangenen Pfingstsonntag habe ich in der Kirche, in der ich gewöhnlich die Hl. Messe besuche, einige ziemlich “abstoßende” Szenen miterlebt.
Wie kann man es dulden, dass Firmlinge, aber vor allem Firmpate oder Patin, zur heiligen Firmung erscheinen und sich der heiligen Kommunion nähern, und das mit einem völlig respektlosen Auftreten bzw. unpassender Kleidung, um mich nicht schlimmer auszudrücken…
Es würde mich interessieren, Ihre Meinung dazu zu kennen, denn es ist wirklich nicht das erste Mal, dass ich bei Taufen, Erstkommunionen oder Hochzeiten Zeuge solcher Szenen bin; ist es denn nicht Sakrileg, Menschen, deren Verhalten eindeutig gegen das 6.Gebot verstößt, Sakramente zu spenden?
Warum “erlegen” weder die Priester noch Bischӧfe richtige Verhaltensweisen auf, um bestimmte Sakramente empfangen zu dürfen?
Ich danke Ihnen und grüße Sie.
Gianluca
Antwort des Priesters
Lieber Gianluca,
1. ich gebe dir Recht.
Die Dinge laufen heute so, weil wir Gott in unserem Lebenshorizont verloren haben.
Der Hl. Paulus hat auf prophetische Weise geschrieben: “Denn viele- von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche- leben als Feinde des Kreuzes Christi: Ihr Ende ist Verderben, ihr Gott der Bauch und ihre Ehre besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn” (Phil. 3,18-19).
2. Du fragst dich, ob die Fleischeslust das oberste Ziel des Lebens geworden ist.
Für viele Menschen ist es leider so.
Auch in diesem Fall sagt der Hl. Paulus: “Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sterben wir” (1 Kor. 15,32).
Mit anderen Worten: wenn es keine Aussicht auf ein ewiges Leben gibt, dann ist es besser, sich seinem Vergnügen hinzugeben.
Es ist aber so, dass der sinnlose Spaß widerlich ist, gerade weil er sinnlos ist.
3. Wir kommen in ein Zeitalter, in der die Leere immer mehr spürbar wird.
Und nur dann werden die Menschen endlich “auf den blicken, den sie durchbohrt haben” (Sach. 12,10).
Für einige wird es dann aber vielleicht zu spät sein.
4. Du sprichst von Priestern und Bischӧfen und fragst dich, warum sie sich nicht durchsetzen …
Wenn der Bischof in eine Pfarrei kommt und mit einer von dir beschriebenen Szene konfrontiert wird, kann er natürlich nichts mehr machen. Da ist es schon zu spät. Er schweigt also vorsichtshalber, um zu vermeiden, dass aus einem Fest nicht ein ganz verpeilter Tag wird, sondern hoffentlich doch noch etwas dran ist, was den Menschen berührt.
Vielmehr sollten die Pfarrer in diesem Punkt wachsamer sein und die Gläubigen rechtzeitig warnen.
Auch die Sakramente, die heilige Feiern sind, werden durch schamlose Kleidung entweiht.
5. Es gibt aber ein grundlegendes Problem, das behoben werden muss: nur durch einfache Verbote, wird man das Verhalten der Menschen kaum ändern kӧnnen.
Das hier zugrundeliegende Problem heißt Gott.
Wenn Gott im Mittelpunkt des menschlichen Lebens steht und sein Ziel darstellt, dann leuchtet alles auf und wird verständlicher.
Ohne Gott, besteht die Gefahr, sich im Kreise zu drehen.
6. Deshalb müssen wir Gott zu den Menschen bringen.
Das können wir tun, durch unser Gebet, Verhalten, durch Opfer und auch durch unser Wort.
Das ist also das dringendste Problem, auch in unseren christlichen Gemeinschaften.
In Fatima sagte der Papst, dass wir besorgt sind, unseren Glauben an die soziale Welt zu verlieren, da wir es für selbstverständlich halten, dass der Glaube da ist. Der aber, so der Papst, sei oft gar nicht da, selbst bei denen, die sich für Gläubige halten.
Ich wünsche dir, dass du vielen, für ihr zeitliches und ewiges Seelenheil, den Glauben bringen kannst.
Ich schließe dich in mein Gebet ein und segne dich.
Pater Angelo
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